Gott und Menschheit

Eine Vortragsreihe von Swami Krishnananda

übersetzt von Divya Jyoti

© THE DIVINE LIFE Trust SOCIETY, Rishikesh, Indien -

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Gott und Menschheit

 Dieses ist eine rein technische Frage, die nicht einhellig von der gesamten Menschheit geteilt wird, die sich aber im Geist eines nach Wahrheit suchenden auftut, und die ihn über seine Beziehungen zur Gesellschaft und dessen Einrichtungen nachdenken lässt. Leidenschaftslos betrachtet, erhebt sich die Frage über die Notwendigkeit, oder anders ausgedrückt, über das eigene Einbringen in die Gesellschaft auf Grund von völlig falschen Vorstellungen über die Wahrheit bzw. über die Existenz Gottes. Die Gedanken über das Verlangen oder über das Ausbleiben der Sorge bzgl. jeglicher Beziehungen bzw. über mehr oder weniger Pflichten gegenüber der Gesellschaft und deren Einrichtungen kommen nur auf, wenn Gott als etwas anderes Weltliches angesehen wird, so wie es in allgemeinen logischen Konzepten bei allen Religionen zu finden ist, d.h., dass Seine Existenz außerhalb des weltlichen und gesellschaftlichen Geschehens steht. Es hat beispielsweise kontroverse und hitzige Debatten über die Ausweitung von Meditationen und Gottesdiensten gegeben, und viele Gedankenschulen haben sich über diese Position hinweggesetzt. Um es prosaisch auszudrücken, es geht um den Gegensatz von Jnana und Karma (Wissen und Handlung), ein Thema, das von vielen wieder diskutiert wurde, seitdem die Kommentare zu den Acharyas geschrieben erschienen sind, einer Schrift, auf die die indische Kultur hauptsächlich beruht. Dies sollte nur die verschiedenen Wege und die alten Probleme in den Beziehungen zwischen den Menschen und Gott sowie zwischen den Menschen und der Welt bzw. der Gesellschaft aufzeigen. Unglücklicherweise erhitzen sich die Gemüter, wann immer diese Frage auftaucht, und nur selten findet man Gelegenheit, sich dem Thema auf wissenschaftliche Weise zu nähern, so wie man sich jedem neuen Gebiet nähert, wenn man etwas lernen will. Die Emotionen steigen schnell hoch, wann immer das Gespräch auf die Menschheit, ‚andere Leute‘, ‚unsere Brüder und Schwestern‘ oder ‚das Leiden der Menschen‘ kommt, und im Allgemeinen wird es als nicht notwendig abgelehnt, sich selbst in diese Komplexität einzubeziehen, obwohl dies unsere Pflicht wäre.

 Doch, um auf den Punkt zurückzukommen, müssen wir uns dem Thema wissenschaftlich und nicht emotional nähern, und dies ist eine der wesentlichen Voraussetzungen, um erfolgreich zu sein. Das Thema muss jedoch unvoreingenommen in Angriff genommen werden, wobei man selbst die Position eines Zeugen einnimmt und nicht selbst ein Spielball ist. Auf diese Weise analysiert man und stellt fest, dass diese Frage über die Beziehungen des Menschen zur Gesellschaft und seinen Institutionen sehr viel mit der Existenz Gottes zu tun hat. Solange dieses Problem nicht gelöst ist, wird man auch zu keinen vernünftigen Ergebnissen kommen. Um die Existenz Gottes als etwas Unpersönliches zu definieren und IHN in Seiner eigenen Unabhängigkeit zu sehen, muss man IHN ohne jegliche Beschränkungen sehen, d.h., dass er alle Zustände abdeckt, offenbart oder nicht offenbar; und für IHN bleibt weder etwas verborgen, noch gibt es für IHN etwas Äußerliches. Dieses lässt darauf schließen, dass es keine nennenswerte Wirklichkeit außerhalb Seiner Existenz geben kann. Die Welt und die Individuen müssen unter Seinem ewigen Sein zusammengefasst sein, sodass sich die Welt und die Menschheit innerhalb der Existenz Gottes befindet.

 Wenn wir Gott als Natur des Seins in Seinem absoluten Zustand definieren, dessen Bedeutsamkeit selbst durch die modernen Wissenschaften der Physik nicht beiseite geschoben wird, wobei die Biologie und die Psychologie nicht vergessen werden darf, sollten die Zweifel an der Existenz Gottes außer Acht gelassen werden. Die Theorien über den Elektromagnetismus, die Quantentheorie, die Wellenmechanik und Relativitätstheorie stoßen an die Grenzen der Akzeptanz des Absoluten als die einzige Wirklichkeit. Immer mehr metaphysikalische und spirituelle Annäherungen im Osten und Westen untermauern die Philosophie.

 Doch es gibt vielerlei fehlerhafte Gedanken, die diese Definition zur Folge haben, d.h., dass die Menschen göttlich sind, und als Schlussfolgerung, dass das Dienen der Menschen Gottesdienst ist. Doch es wird dabei vergessen, dass die Menschen konzeptionell Beschränkungen unterliegen, obwohl man zuvor der Auffassung zugestimmt hat, dass Gott keinen Beschränkungen unterliegt. Gott ist weder ein Individuum unter vielen noch die Summe aller Individuen, was genau dem Charakter der Menschen entspricht. Und doch ist die Identifikation der Menschen mit Gott ein nicht verstandenes Ergebnis seiner Emotionen, die miteinander verknüpft sind, was die Menschen leicht zusammen hält, wie ihnen immer wieder diesbezüglich mit Schlagwörtern, Slogans usw. eingebläut wird, wobei es heißt, die Menschen sind göttlich (Gott), IHM zu dienen, sei Gottesdienst usw. Das unermüdliche Einbringen dieser Formel und Propaganda in Familie und Gesellschaft von früher Kindheit an setzt sich fort, - wogegen niemand Immun bleiben kann, - und ist für das Einflößen eines Konzeptes über den vergesellschaftlichten Gott in den Köpfen der Menschen verantwortlich. Diese Doktrin hat sich ohne Zweifel über viele Jahrhunderte hinweg fortgesetzt, wie es bei propagierten Kulten geschehen kann. Doch Propaganda währt nicht ewig und ist keine Waffe, die letztendlich zum Erfolg führt, denn es ist ein angenommenes uniformes Medium einer Theorie oder eines Ideal, das wirklich oder unwirklich ist. Die Wirklichkeit tritt jedoch spontan in Erscheinung, blüht langsam, wie ein Blume, in den Herzen der gesegneten Menschen auf, die etwas Unsichtbares sich grenzenlos durch und über die scheinbaren und natürlichen Grenzen der Menschen und der Welt ausdehnen sehen.

 Dem Drang nach der Wirklichkeit im eigenen Herzen kann niemand widerstehen. In diesem Drang, den bestimmte westliche Philosophen als den „Nisus“ nach der Wirklichkeit bezeichnet haben, der in allen Naturen vorhanden ist, wobei nur wenige Seelen die Existenz eines ständig wirkenden und durchdringenden Geistes, wie er im Universum vorhanden ist, visualisiert haben und dabei sofort erkannt haben, dass es unmöglich ist, dass das Endliche sich mit dem Unendlichen identifiziert. Niemand kann Gott sein, nicht einmal alle Menschen zusammengenommen, doch Gott durchdringt die ganze Menschheit. Der Begriff ‚Mensch‘ ist die Bezeichnung für eine bestimmte Spezies der Individuen, die nur zusammengenommen als eine Einheit betrachtet werden können, denn im psychologischen Sinne denkt ein Individuum über das Andere, doch ist es niemals das Andere, da Gott das absolute Sein ist. Hier existiert der unausgesprochene aber sichtbare Unterschied zwischen der menschlichen und der göttlichen Natur. Doch diese Wahrheit kann niemals ein Muster für einen uneingeweihten Geist werden, der es gewohnt ist, in Schlagwörtern und in Propaganda, Kulturen, Glaubensbekenntnissen und in Emotionen zu denken.

 Doch die meisten Menschen können nicht von heute auf morgen umgeschult werden, denn ihr wesentliches Problem liegt bei den Sinnesobjekten zur Einschätzung aller Werte, wobei viel mehr Wert auf die wirtschaftliche und biologische Existenz gelegt wird, als auf den tieferen inneren Wert oder die Bedeutung ihrer eigenen Unabhängigkeit. Es muss noch hinzugefügt werden, dass ein Teil des Kultes des menschlichen Dienens und dessen Vergötterung eine Folge des Dranges nach Hunger, Werten, Selbstbeweihräucherung und Macht ist, was ein vielfaches Leiden im Menschen erzeugt. Wenn dieser vielfältige innere Drang in Bezug auf die Notwendigkeiten im Leben des Menschen überhand nimmt, beginnt er ihn zu beherrschen; und was kommt bei einer solchen Unterdrückung heraus? Er wird zum Hampelmann. In der Psychologie und in der Psychoanalyse wurden in jüngster Zeit diverse Untersuchungen gemacht, wobei die Konsequenzen aus dem menschlichen Drang und dem Herdentrieb des Menschen untersucht wurden. Die Menschen unterliegen einer Illusion, wenn sich der Drang nach Werten, Sex und Macht vor ihnen auftut, denn diese Drangformen sind seinem Geist nicht unbekannt, und die gegenwärtigen Krisen der Menschen können nicht auf die vielen Fehlversuche geschoben werden, ihn von diesen vielfältigen Drangformen von der Wurzel her zu befreien. Ein sorgfältiges Studium der Soziologie, der Geschichte und der Psychologie wird dieses Faktum von Grund auf beweisen.

 Die spirituellen Sucher bilden jedoch eine große Ausnahme gegenüber der Mehrheit dem Herdentrieb verhafteten Menschen, denn sie erhalten sich durch ihren Drang nach Gott, dem Allmächtigen, als die Absolute Vollkommenheit, wach. Wenn der Drang nach Gott in der Seele des Suchenden erwacht, scheint es, dass das ganze Universum ihn an seine Brust drückt, - vom kleinsten Atom bis hin zur gesamten Schöpfung. Die Initialzündung dieses göttlichen Dranges scheint, wie ein leuchtendes Feuerwerk von innen her zu kommen und dehnt sich schrittweise und wellenförmig aus; dann erstrahlt ein Blitz, es folgt eine Feuersbrunst, die mit einer ozeanhaften Überschwemmung von unermesslichem Ausmaß abschließt.

 Ein Suchender, der in irgendeiner dieser göttlichen Offenbarungen gefangen ist, wäre im Stande, innerlich eine übermathematische Einheit einer unteilbaren Existenz zu sehen, dessen kurze Offenbarung die ganze Menschheit und die Welt übertrifft, denn der Geist ist in seinem Ausmaß nicht unter der Bedingung der Raumzeit messbar. Wenn der Sucher von dieser göttlichen Flut geleitet wird, kann er nicht mehr die vielfältigen Endlichkeiten und auch nicht die Individuen, Menschen oder die Welt wahrnehmen, denn all dies, was für den Geist eine so große Bedeutung hat, wird durch die Sinne wahrgenommen, die vor der suchenden Seele als Teile gegenwärtig sind, die mit dem Ganzen verschmelzen, zu dem sie ursächlich gehören, und in dem Gott zu ihrer Seele und ihrer wirklichen Existenz wird. Für jene Seelen, die Gott in Seinem wesentlichen Sein suchen, nicht nur als eine Durchdringung, sondern auch als etwas Immanentes und Absolutes, kommt die Frage in Bezug zur Gesellschaft, zur Institution und zur Welt nicht auf, sie existiert nicht. Wahrlich, dieses ist das Ideal und das Ziel von Allem und überall, und niemand auf Erden kann ein Ideal über oder auf gleicher Ebene zu dieser großen Vollendung der eigenen Krönung in universalem Sein erfassen. Und dies fragt nach keinem Beweis mehr oder lässt irgendeinen Zweifel zu. 

II

 Doch man möchte daran fest halten, dass die Beziehungen zur Welt und zur Menschheit solange bestehen bleiben, wie das Wissen durch die Sinne einströmt, und solange, wie die Welt sichtbar ist. Diese Sensibilität schließt die Wahrnehmung anderer Menschen mit ein. Die eigenen physischen und psychologischen Begrenzungen offenbaren sich in den Wünschen nach Hunger, Durst, Hitze, Kälte und Furcht vor dem Tod und insbesondere nach Werten, Sex und Macht, und darin, andere Menschen zu zwingen, doch darauf zu achten, diese Instinkte zu besänftigen. Das Ergebnis dieses Kampfes der Menschheit ist eine unbedingt notwendige körperliche Eigenschaft, bei der Selbstsucht und das Ruinieren anderer Gruppen von Individuen, auch nicht bei einer Selbstgefährdung, ausgeschlossen ist. Die Menschen bemühen sich einander zu verstehen, indem sie die Notwendigkeit einer gegenseitigen Kooperation erkennen, wobei persönliche Interessen berücksichtigt werden. Während die Allmacht des Absoluten in seiner Übergröße und Vollkommenheit, wie zuvor erwähnt, den Schwerpunkt der Upanishaden ausmacht, ist die Gott-Mensch-Beziehung eines gegenseitigen Dienens die vorherrschende Doktrin der Bhagavadgita. Der Heilige der Upanishaden geht in das Absolute auf und tritt in das Strickmuster aller Geschöpfe als deren absolute Seele und Existenz ein. Lord Krishna in der Bhagavadgita, der in seiner Persönlichkeit die Würde des universalen Gottes repräsentiert, wird sofort zum Vorbild der Menschheit, und ER integriert beispielhaft das Verhalten, die Führung und die Handlung, was die ganze Menschheit überschwemmt und zu einem sozialen Organismus, nicht nur spirituell, sondern auch ethisch und politisch, zusammenführt. Wir sprechen hier über die Position des Menschen, der nicht in der Lage ist, seine Sinneswahrnehmungen von der Außenwelt auszuschließen, und Krishnas Lehren beziehen sich auf ihn. In Bezug auf diese Situation des Menschen in der Welt, haben die früheren Seher in ihrer täglichen Andacht fünf große Opfer dargeboten, die als „Pancha Mahayajnas“ bekannt sind, d.h., Dienst an dem Göttlichen, Dienst an den lernenden Sehern, Dienst an den Vorfahren, Dienst am Menschen und an den untergeordneten Geschöpfen der Welt. Dieses ist ein allumfassendes System von Ritualen, um das Dienen anderer zu vertiefen, was solange für einen Teil der Menschen gilt, wie sie in den Fängen der Natur sind und sich der Großzügigkeit anderer Menschen erfreuen. Dieser Situation kann man solange nicht entgehen, wie der Fluss nach dem Verlangen nach Gott nicht von innen her gesteuert wird, der Mensch notgedrungen an der Welt hängt und die anderen Individuen für ihr Überleben in ihrem Dasein verhaftet sind.

In der Absicht, die Pflicht des gegenseitigen Dienens zu erfüllen, organisierten sich in Indien in früheren Zeiten die Menschen in spirituelle, politische, ökonomische und arbeitende Gruppen, die im Sanskrit als Brahma, Kshatriya, Vaisya und Sudra bezeichnet werden. Diese Gruppen wurden zur gegenseitigen Stärkung der eingebrachten Kräfte klassifiziert und niemals, um irgendwelche Elemente auszugrenzen, wie späterhin auf Grund des Egos der Menschen, durch deren Gewohnheiten, deren Vorurteile und deren Selbstsucht geschehen ist. Man sollte überall erkennen, dass Erfolg ohne ein Zusammenwirken der spirituellen, politische, ökonomischen und menschlichen Kräfte unmöglich ist.

 Die Klassifikation der menschlichen Gruppen zum Zweck der konstruktiven Zusammenarbeit kann nicht geleugnet werden, und sie kann auch nicht, zum Wohle der Menschen, durch andere Elemente ersetzt werden. Spiritueller Idealismus, ohne die drei anderen Kräfte in der Welt, wird zu einer bequemen Sessel-Philosophie degradiert und führt zu unpraktischen Vorschlägen für die Weiterentwicklung der Menschen im Evolutionsprozess. Hier müssen wir sorgfältig zwischen der Gruppe der spirituellen Institution als Teil der Gesellschaft und den wenigen spirituellen Meistern unterscheiden, die daran arbeiten, die vier Lebenselemente in einem universellen Fluss, wie zuvor erwähnt, zu verbinden. Dieses sind die Klassen der meist höherstehenden Menschen, die sich ein wenig von den spirituellen Lehrern und Führern unterscheiden, und die hier zu Lande zur Bildung und Steuerung spiritueller Gruppen aufgesucht werden, um den spirituellen Notwendigkeiten der Menschen entgegenzukommen. Wo der politische Aspekt zu Lasten der anderen drei Aspekte überbetont wird, kann dies zur Tyrannei, Despotentum und Diktatur führen. In der Weltgeschichte kann man beides finden, d.h., die Überbetonung durch die Kirchen der Religionen einerseits und durch staatliche Regenten andererseits. Eine Tendenz, die ökonomischen Aspekte mehr zu betonen, führt zu Materialismus, Atheismus und Hedonismus, was ganz besonders in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Fall war und auch dem gegenwärtigen Markttrend entspricht. Dieser Aspekt ist jedoch mit der Betonung auf die Gruppe der arbeitenden Bevölkerung verbunden; auf diese Weise sind die dritte und die vierte Gruppe miteinander verbunden, und sie bestimmen das Ziel der Menschen. Es muss nicht noch einmal wiederholt werden, dass solche unlogische Überbetonung einer bestimmten Gruppe nicht für das Wachstum und das Funktionieren der drei wesentlichen Aspekte des menschlichen Lebens geeignet ist, sondern es unterdrückt letztenendes auf Grund seiner falschen Isolation der anderen notwendigen Lebensaspekte seinen eigentlichen Lebenszweck vollständig.

 Es gibt noch einen anderen Aspekt in dieser Frage, der zu dem Entstehen vieler Institutionen in der Welt beigetragen hat, deren Gründer eine Notwendigkeit im Dienst an der Menschheit fühlten. Doch die Absicht der Gründer wird durch die scheinbaren Anhänger nicht nur auf Grund mangelnder spiritueller Inspiration und spirituellem Verständnis, sondern auch durch mangelndes Interesse an dem ursprünglichen Wunsch des Gründers behindert. Dieser Mangel hat einen weiteren negativen Effekt, d.h., das spirituelle Ideal wird ignoriert, die materiellen Aspekte des Lebens werden so aufpoliert, als würden starke Winde aufkommen, wenn die Sonne durch Wolken verdeckt wird. Dieses ist ein Naturphänomen und niemand kann sich seinem Einfluss entziehen. Auf diese Weise können kirchliche Einrichtungen durch ökonomische Zwänge zu Wirtschaftszentren degenerieren. Dieses mag nicht beabsichtigt sein, doch es geschieht unbewusst, und das ursprüngliche Ziel der Organisation wird verfehlt. Doch die Schwierigkeiten sind damit nicht zu Ende. Es reicht weiter bis in das politische Umfeld, wobei sich die Institutionen nicht nur um ihre eigene Politik kümmern, sondern auch um die Politik des Staates, weit entfernt vom ursprünglichen Ideal des Gründers. Nichts kann hohnvoller sein, wenn die Absicht des Dienens auf die Ebenen von Macht und Werte abgelenkt wird.

 

III

 Die spirituellen Sucher sind, um es klar zu sagen, Gegenstand dieses Artikels. Sie werden auf diese Weise in die reinen Gottinspirierten, Vollzeit-Sa­dha­kas und die Probekandidaten aufgeteilt, die sich auf dem Weg befinden, und die Vollkommenheit anstreben, aber den Fesseln der Welt und der menschlichen Gesellschaft nicht entrinnen können. Die höherstehenden Sucher haben schon ihre Schwierigkeiten, doch die zweite Gruppe hat Schwierigkeiten in Hülle und Fülle. Der Grund dafür liegt in dem Ungleichgewicht zwischen Gott und der Welt, wobei das technische Zusammenwirken in der Bhagavadgita ausführlich dargelegt wird. Auf Grund der Kräfte der Sinnesorgane, die den Geist im Wachzustand des Individuums ständig beeinflussen, ist es schwierig genug, eine Harmonie zwischen drin­nen und draußen herzustellen. Von innen her muss ein Gegengewicht aufgebaut werden, um das Bewusstsein im Gleichgewicht zu halten, sodass die äußeren, durch die Sinnesorgane einwirkenden Kräfte, das Innere nicht übermannen und zu einem Instrument der Sinnesgenugtuung des körperlichen Verlangens machen können. Diese Kunst wird Yoga genannt, d.h., die Einheit des Inneren und des Äußeren, des Höheren und des Niederen. Wenn Gott in Seiner reinen Abso­lut­heit, die beziehungslos gegenüber irgendwelchen Arten, eine unteilbare Existenz ist, erscheint ER als Harmonie im Universum der Offenbarungen. Und doch können wir davon ausgehen, wo immer dieses Gleichgewicht und eine Harmonie der Kräfte vorherrscht, ist Gott irgendwie gegenwärtig. Die Harmonie muss im Körper und im Geist, und ebenso in der Gesellschaft und in der Welt erarbeitet werden. Körperliche Harmonie bedeutet Gesundheit. Mentale Harmonie bedeutet geistige Gesundheit. Spirituelle Harmonie bedeutet Intuition. Gesellschaftliche Harmonie bedeutet Frieden in der Welt.

 Das ursächliche unteilbare Bewusstsein erfährt die Berührung seines Verwandten im Selbstbewusstsein, das unmittelbar den Eindruck eines Raumes außerhalb von sich selbst vermittelt, obwohl in diesem ursprünglichen Zustand das räumliche Bewusstsein scheinbar untrennbar vom Selbstbewusstsein ist. Fast gleichzeitig geht damit ein Zeitbewusstsein als Prozess einher, indem sich das Bewusstsein selbst befindet. Die vierte Stufe ist das Bewusstsein der äußeren Objekte, die grundlegend mit dem Bewusstsein verbunden zu sein scheinen. Bis zu diesem Zustand sieht es so aus, als ob sich das Bewusstsein in dem Sinne nicht hat ‚einfangen‘ lassen. Doch die Schwierigkeiten beginnen mit der weiteren Bewegung des Bewusstseins, wenn es eine eigene Individualität annimmt und sich selbst von anderen Bewusstseinszentren und Objekten isoliert, wobei es alle als etwas Äußeres ansieht. Es gibt jedoch bestimmte Belastungen des individualisierten Bewusstseins; dies sind im Wesentlichen Hitze und Kälte, Hunger und Durst, Furcht und Tod der eigenen körperlichen Einheit. Der Stoffwechsel wird aktiviert, und im Schlaf werden notwendige Regenerationen des Körpers vorgenommen, die auf Grund des fortgesetzten Objektbewusstseins im Wachzustand notwendig sind, wo man sich gegenüber dem reinen Bewusstsein unnatürlich verhält. Die Funktionen der Atmung, des Denkens, des Fühlens und des Verstehens mit ihren Begleiterscheinungen folgen direkt. Bis zu diesem Zustand hat sich das Individuum sozusagen biologisch und in seiner körperlichen Persönlichkeit nach außen gerichtet. Bezogen auf den Menschen ist dieses die reine Menschlichkeit.

 Doch bestimmte Prozesse, die als abnorme Funktionen der individuellen Psychologie betrachtet werden sollten, begleiten den Wunsch nach materiellem Besitz, nach dem Verlangen nach sexuellen Kontakten und den Sinn für eine Selbstachtung, die mit der Selbstverherrlichung und der Macht über andere verbunden ist, und alles tritt nacheinander in Erscheinung. Jetzt ist die Verwicklung des Bewusstseins vollkommen, und dies wird als Samasara oder als das schmerzvolle Leben auf Erden bezeichnet. Unglücklicherweise ist der Geist selbst mit dieser Selbstdegeneration, die im Laufe der Zeit stattfindet, zufrieden. Er gewöhnt sich daran, so als wäre es sein Normalzustand. Er malt sich eine Philosophie unter dem Motto aus: „Es ist besser die Hölle zu regieren, als im Himmel zu dienen.“ Das Ergebnis daraus ist die Bildung falscher Philosophien, wie Materialismus, Skeptizismus, Pluralismus, Formalismus, so wie man sie bei der Sucht nach Ritualen, verschiedenen Künsten und Wissenschaften findet, die viele heutzutage als höchst erstrebenswert ansehen, um die Verwicklung des Bewusstseins mit den verschiedenen Objekten am Leben zu erhalten. Selbst die so genannten unpersönlichen Wissenschaften, wie Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und empirische Psychologie scheinen nur solange gültig zu sein, wie die Natur als äußeres Bewusstsein angesehen wird. Eine Philosophie, die auf dieser Aufspaltung der Erfahrungen beruht, kann nicht das Bewusstsein vor den Schmerzen seiner Verwicklung retten.

 Die Yogatechnik schlägt als Erstes eine Brücke zwischen dem Bewusstsein und den Objekten zur Rückkehr das Individuums zum Universalen. Als Zweites wird eine höhere Stufe der Meditation angestrebt, wo Bewusstsein und Objekte nicht nur in Balance gebracht werden, sondern eine Einheit bilden. Philosophen, wie Kant im Westen, kamen zu dem Schluss, dass die Wirklichkeit auf Grund der Schwierigkeiten bei den Vorurteilen, bei denen die Objekte immer außerhalb von sich selbst sein müssen und nicht als ein Bewusstsein gesehen werden können. Dies führte Kant zu einer Einstellung, die er als Paralogismus der Konflikte in der philosophischen Position bzgl. der Wahrheit der verschiedenen Beziehungen in Gott, der Welt und dem Individuum bezeichnet. Diese Schwierigkeit wird in der Philosophie der Bhagavadgita und den Upanishaden überwunden, die jeder Yogaschüler studieren sollte, wobei er sich mit den wesentliche Inhalten über den Geist (Spirit) befassen sollte. In diesem Artikel gehe ich nicht auf die großen Evangelien der Menschheit ein, die einer unabhängigen Betrachtung bedürfen. Ich hoffe, dass es den Suchern auf dem spirituellen Pfad gut ergeht, wenn sie die unvermeidlichen Aspekte ihres spirituellen Lebens erkennen, wo bei Aufrichtigkeit der Schlüssel ist. Gott segne Sie!

  

1

Wenn die Erde dich nicht durch ihre Anziehungskraft ausreichend herunterziehen würde, schwebtest du in der Luft. Und, wenn dich die Sonne nicht entsprechend nach oben zöge, würdest du beständig am Boden kleben, ohne dass du je einen Fuß heben könntest. 
 

2

Wenn du beständig ein universales Bewusstsein bewahren könntest, wärest du für nichts verantwortlich. 
 

3

Wenn dein Geist nicht richtig denken kann, dann hilft auch kein Mantra.
 

4

Wenn alle Formen des Selbst miteinander verschmelzten, bekäme es ein größeres Selbst.
 

5

Wenn ich dich in mein Selbst einschließe, würdest du mich auch in dein Selbst einschließen. Auf diese Weise funktioniert die Welt.
 

6

Wenn du zum Überall würdest, dann könntest du alles überall sehen.
 

7

Wenn du deine tiefsten Gefühle überzeugen könntest, dass, was immer du siehst, sich innerhalb des Absoluten befände (dich und alle eingeschlossen), dann handelte es sich um Meditation.
 

8

Wenn dein Geist in der Lage wäre, sich auf die kosmische Natur einzustellen, hättest du keine Probleme mehr.
 

9

Wenn das universale Prinzip nicht funktionieren würde, dann wüsstest du niemals, was sich außerhalb deines Körpers befände.
 

10

Wenn du etwas als deine Pflicht ansiehst, dann hast du dafür Zeit. Du wirst die Zeit dafür finden, ansonsten wäre es nicht deine Pflicht.
 

11

Wenn die Gesellschaft etwas von dir verlangt, du musst du es, wie bei einem Opfer, hergeben.
 

12

Wenn du fluchst, schreist und es dann fürchtest, dann ist es keine Sadhana.
 

13

Wenn du eine Gegenleistung erwartest, dann handelt es sich um Selbst­sucht.
 

14

Wenn sich dein Verlangen nur auf Gott bezieht, dann kann man es nicht als eine Wunsch bezeichnen.
 

15

Wenn die Welt zum Subjekt geworden ist, gibt es keinen Grund, sich vor ihr zurückzuziehen.
 

16

Wenn du überall nur Gott und nichts Anderes siehst, dann ist das ein wundervoller Gedanke.
 

17

Wenn du deinem Geist erlaubst, sich mit guten Gedanken zu beschäftigen, dann hegt er keine üblen Gedanken.
 

18

Wenn du dich auf Gott zubewegst, denn hast du dich von der Welt der Erscheinungen abgewandt.
 

19

Wenn du an etwas denkst, erzeugt dies Karma. Jeder Gedanke erzeugt Karma.
 

20

Wenn du dich jenseits des Geistes befindest, kannst du nicht ärgern. Nur der Geist wird ärgerlich. Das Selbst kann sich nicht ärgern. ES ist absolutes Selbst.
 

21

Wenn du ein vollkommener Mensch bist, wirst du nichts wünschen; denn du bist in jeder Hinsicht vollkommen, du hast keine Wünsche.
 

22

Wenn das Leben bedroht ist, dann vergehen andere Wünsche wie von selbst.
 

23

Wenn sich jemand seiner Individualität bewusst wird, dessen Bewusstsein wird als Geist bezeichnet.
 

24

Wenn du nur bestimmte und nicht alle Dinge liebst, dann ist das bedingte Liebe, doch wenn du alles gleichermaßen liebst, dann handelt es sich um unbedingte Liebe. Es liegt bei dir.

 

25

Wenn Gott ein Ganzes ist, ist Seine Schöpfung auch ein Ganzes, und du bist ebenfalls ein Ganzes.
 

26

Wenn dich jemand zeitlich endlos leiten kann, dann ist es dein Guru.
 

27

Wenn du glaubst, dass niemand in der ganzen Welt über dir steht, dann brauchst du keinen Guru, doch wenn du glaubst, dass es Menschen gibt, die über dir stehen, dann sind diese deine Gurus.
 

28

Wenn deine guten Taten keine Früchte tragen, dann sind diese guten Taten bedeutungslos.
 

29

Wenn sich dein Herz mit etwas vereint hat, was auch immer es sein mag, dann ist diese Sache für die verantwortlich.
 

30

Wenn nichts Rotes existiert, dann kann auch kein rotes Objekt ausgemacht werden.
 

31

Wenn du dir selbst gegenüber unehrlich bist, dann wirst du auch keinen Zentimeter vorankommen.
 

32

Wenn Brahman sich selbst als Welt ausdrückt, dann kann die Welt nicht außerhalb von Brahman sein.
 

33

Wenn wir jetzt nicht Brahman sind, können wir es in Zukunft auch nicht sein. Etwas, was nicht Brahman ist, kann nicht in Brahman verwandelt werden.
 

34

Wenn es kein Existieren gibt, dann gibt es kein Sein.
 

35

Wenn das Absolute als Leben bezeichnet werden kann, dann ist alles Andere leblos.
 

36

Wenn es keinen Gott gibt, kann es auch keine Welt geben.
 

37

Wenn Brahman als Ishwara erscheint, dann wird diese Handlung durch Seine Macht der Erscheinung verursacht.
 

38

Wenn es keine Objekte gibt, dann existieren auch kein Subjekt.
 

39

Wenn das Selbst in allem ist, dann gibt es kein Nicht-Selbst, und solange, wie ein Nicht-Selbst wahrgenommen wird, gibt es keine Befreiung.
 

40

Wenn Gott als etwas Anderes als das Universum und dessen Inhalt gesehen wird, d.h., wenn Gott als Subjekt oder als Objekt betrachtet wird, ist solch ein Gott genauso vergänglich wie eine sterbliche Seele.
 

41

Wenn ich als Individuum existiere, existiert Ishwara als universales Wissen. Die Tatsache, dass ich bin, beweist, dass Gott dementsprechend das Bewusstsein meiner Existenz ist.
 

42

Wenn Gott oder Ishwara nicht ist, dann kann weder die Welt noch ich sein.
 

43

Wenn es keine absolute ursachenlose Ursache aller Dinge gibt, dann kann nichts als Folge vor unserem Bewusstsein in Erscheinung treten.
 

44

Wenn ein Objekt bis zu seinem absoluten Kern zusammengestaucht wird, dann wird gleichzeitig die höchste Ebene des Universum gestaucht.
 

45

Wenn du auf Grund deines eigenen Selbst‘ leben kannst, dann bist du ein wahrhaftiger Gott.
 

46

Wenn es keine regelnden Gesetze gäbe, dann gäbe es im Kosmos eine Katastrophe und Chaos wäre die Folge.
 

47

Wenn dein Geist an Marktplätze, Bahnhöfe, Bushaltestellen, Cafés und an die Gesellschaft denkt, dann bist du selbst dann in einer Metropole, wenn du dich im tiefsten Dschungel befindest.
 

48

Wenn du dich an die wirkliche Quelle aller Dinge begibst, dann wirst du durch die Anziehungskraft von Maya (Illusion, Schleier) oder von Prakriti (kausale Kräfte) bei jedem Schritt behindert.
 

49

Wenn sich jemand unsozial verhält, ist er nicht spirituell, sondern dumm.
 

50

Wenn alles mit allem verbunden ist, dann gibt es nichts Äußerliches. Darum ist selbst deine Vorstellung von äußeren Dingen falsch.
 

51

Wenn du alles von einem Guru erfährst, dann ist ER dein alleiniger, vollkommener Guru.
 

52

Wenn du mich kennen willst, musst du völlig in mir aufgehen, ansonsten kannst du mich nicht kennen.
 

53

Wenn du die Schöpfung kennen lernen willst, dann musst du in die substanzielle Schöpfung eintreten. Und das nennt man Meditation.
 

54

Wenn Sadhana (die Übung) so intensiv wird, dass der ganze Kosmos zu sich selbst gezogen wird, dann ist es wirklich Sadhana.
 

55

Wenn der Körper aus fünf Elementen besteht, glaubst du, dass der Körper außerhalb der Natur oder getrennt von ihr ist?
 

56

Wenn du von der Welt unabhängig bist, dann kannst du Gott in allen Dingen sehen.
 

57

Wenn du das Absolute fühlst, bist du frei. Wenn du es nicht fühlst, dann bist du gebunden.
 

58

Wenn du glaubst, dass Gott alles ist, solltest du nicht gleichzeitig glauben, dass es Gott nicht gibt. Das ist das Essenz der Konzentration.
 

59

Wenn du dir alle gesellschaftlichen Organisationen von der UNO bis hin zur Familie anschaust, stellst du fest, dass alle auf Selbstsucht basieren.
 

60

Wenn du richtest, sollte dies in Bezug auf das Ganze geschehen. Jedes Urteil ist ein universales Urteil, - du richtest dich selbst. Vollkommenes Bewusstsein ist Ishwara.
 

61

Wenn du etwas konstant ohne Unterbrechung liebst, dann ist es Meditation.
 

62

Wenn es nicht möglich ist, schrittweise und systematisch eine Verbindung zur Wirklichkeit aufzunehmen, dann wird die Ausbildung nicht ernsthaft betrieben.
 

63

Wenn dich niemand sieht und du glücklich dabei bist, dann handelt es sich um eine Prüfung deiner Spiritualität.
 

64

Wenn alles in Ordnung wäre, gäbe es keinen Anreiz für die Arbeit.
 

65

Wenn dies die einzige Wirklichkeit wäre, dann könnte niemand wissen, dass es Materie gäbe.
 

66

Wenn alle Argumente über Gott bedingt wären, wie könnte man dann sicher sein, dass man über wirkliche Dinge argumentiert?
 

67

Wenn die Welt nur materiell wäre, würde niemand wissen, dass sie existiert.
 

68

Wenn jemand wissen möchte, was Bewusstsein ist, muss er für einen kurzen Augenblick seine Augen schließen und nachfühlen, woher er weiß, dass er existiert.
 

69

Wenn irgendetwas im Individuum als Wirklichkeit existiert, dann muss es Teil des Universums sein.
 

70

Wenn das Leben zu einem gesunden Ganzen werden soll, dann muss der Geist des Gottesdienstes und der Meditation zum Bestandteil des Lebens werden.
 

71

Wenn jemand irgendwo allein lebt, dann hat sein Name für ihn keine Bedeutung.
 

72

Wenn es keine Sonne gäbe, könnten wir weder leben noch sterben.
 

73

Wenn du nach einem sichtbaren Gott suchst, dann schau dir die Sonne als sichtbaren Beweis an.
 

74

Wenn irgendein Wert in dem liegt, was du bist und was du tust, dann ist es Spiritualität.
 

75

Wenn dir dein Leben kein bisschen Zufriedenheit gegeben hat, dann bist du in SEINEN Augen weder ein Kind Gottes noch hast du ein wertvolles Leben geführt.
 

76

Wenn du Swami Shivanandaji richtig verstehst, dann verstehst du auch Sri Shankaracharya.
 

77

Wenn das zentrale Ziel für dich nicht klar ist, dann fällt alles in sich zusammen.
 

78

Wenn das, was wir lernen, uns nicht frei und zuversichtlich macht, dann ist unser Wissen wertlos.
 

79

Wenn Gott über alles ist, ist man spirituell, und wenn ER alles macht, dann sind alle Handlungen spirituell. Wenn es irgendeinen Sinn in deinen Handlungen geben soll, dann liegt er im Spirituellen.  

80

Wenn Narayana wie die Sonne ist, dann ist Lakshmi wie die Strahlen der Sonne.
 

81

Wenn du oder ich in einer Ecke sitzen und nach Gott rufen, dann reicht das nicht, um eine Inkarnation herabzubringen.
 

82

Wenn ich voll mit dir übereinstimme, dann gibt es keine Konflikte. Wenn ich mich vollkommen zurückziehen kann, dann gibt es ebenfalls keine Konflikte.
 

83

Wenn wir heute großartig erscheinen, dann liegt es daran, dass wir dumm sind. Unsere Größe ist einfach unsere Unwissenheit.
 

84

Wenn wir den Körper als unseren Vater annehmen würden, dann würden wir ihn nicht wie einen Scheiterhaufen anzünden, und wir würden ihn nicht wie einen bedeutungslosen Lumpensack malträtieren. 
 

85

Wenn bei einem Philosophen der Geist im philosophischen Sinne ein bisschen verrückt ist, auch wenn er nicht medizinisch behandelt werden muss, dann kann man ihn nicht als Philosophen bezeichnen. Ein Philosoph ist im psychologischen Sinn kerngesund.
 

86

Wenn wir ein sinnvolles Leben führen, dann ist es religiös.
 

87

Wenn wir einen Freund haben, dann ist es Gott.
 

88

Wenn wir jegliche Unterstützung erfahren, dann kommt sie von Gott.
 

89

Wenn uns überhaupt jemand etwas lehren oder eine Lehre erteilen kann, dann ist es Gott.
 

90

Wenn jemand deine Fragen beantworten kann, dann ist es allein Gott.
 

91

Wenn nicht ein Gedanke, ein Gefühl oder mehrere Gedanken oder viel Gefühl, was könnte sonst einen Menschen ausmachen?
 

92

Wenn Handlungen durch Gedanken abgelöst werden, dann werden Gedanken durch das Sein abgelöst.
 

93

Wenn die Augen alles sehen, dann ist es Prana (die Lebensenergie), die schaut.
 

94

Wenn wir etwas riechen, dann ist es die Lebensenergie, die riecht.
 

95

Wenn die Ohren hören, dann ist es die Lebensenergie, die hört.
 

96

Wenn es nichts „Anderes“ gibt, gibt es auch keine Gefahren.
 

97

Wenn wir glücklich sind, ist jeder Teil des Körpers glücklich. Auch der Geist ist glücklich; der Intellekt ist glücklich. Das ganze Sein ist glücklich.
 

98

Wenn Gott zur Welt geworden ist, dann können wir nicht nach Gott fragen. ER ist nicht mehr da; ER ist am Ende.
 

99

Wenn es keine Meditation gibt, sind alle Opfer nutzlos.
 

100

Wenn wir Gott wirklich verehren wollen, dann müssen wir IHN als das Selbst in den Formen und nicht als die Form verehren.
 

101

Wenn du glaubst, dass Gott irgendwo ist und du hier bist, wirst du immer hier und Gott immer dort bleiben.
 

102

Wenn es nur Macht und kein Wissen gibt, dann kann man sich die Konsequenzen vorstellen.
 

103

Wenn du nicht mit den Gesetzen im Einklang bist, dann bist du ein schwacher Mensch.
 

104

Wenn du mit den Gesetzen im Einklang bist, dann bist du eine starke Persönlichkeit.
 

105

Wenn die Unkenntnis der Gesetze im menschlichen Bereich nicht vor Strafe schützt, dann verhält es sich genauso im göttlichen Reich.
 

106

Wenn du in dieser Welt Ameisen beleidigst, dann werden sie dich verstoßen. Wer weiß denn, ob du nicht in die Ameisenwelt kommst?
 

107

Wenn das spirituelle Prinzip außer Acht gelassen wird, dann können selbst weltliche Wünsche nicht erfüllt werden.
 

108

Wenn du die Ursache für den Tod kennst, dann kannst du ihm entgehen.