Von Swami Chidananda
Bearbeitet von Divya Jyoti
(German Branch)
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© THE DIVINE LIFE Trust SOCIETY, Rishikesh, Indien -
In Indien gibt es viele Feiertage zur Verehrung von Gottheiten und Heiligen.
Einige davon werden ganz besonders verehrt, z.B. Siva. ‚Maha Sivaratri‘
(Feiertag zu Ehren Sivas) findet je nach Mondkalender in den Wintermonaten
Februar oder März statt. Brahma gilt als Schöpfer, Vishnu als Erhalter und Siva
als Zerstörer, Beschützer oder Erlöser, besonders in Nord-Indien. Er heißt, wenn
man ihn anbetet, verehrt wird er Gnade walten lassen. Siva gilt bei vielen
Hindus als der höchste (mahadeva oder devi-deva). Wer IHN anbetet, verehrt, dem
wird gegeben, auch wenn sich dies anders äußern kann als erwartet. In
Nord-Indien wird ER von seinen Anhängern unter dem Begriff ‚Bhola‘ verehrt, was
so viel wie ‚einfaches Denken oder Fühlen‘ bedeutet. Es heißt, ER sei einfach
zufriedenzustellen und darauf vorbereitet alles zu gewähren oder Gnade walten zu
lassen. In den Schriften steht geschrieben, man solle elf Maalas (je 108mal),
mindestens jedoch fünf Maalas ‚Om Nama Sivaya‘ zum Wohlergehen der Menschheit
oder für den Weltfrieden singen/ beten.
Im alten religiösen Indien wurde immer für andere gebetet, d.h. für das
Wohlergehen der Menschheit, den Weltfrieden, das Wohlergehen aller Geschöpfe und
auch für alles, was existiert. Dabei schickte man gute Gedanken an alles, an die
gesamte Schöpfung, die fünf Elemente (Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther); die
Natur mit ihrer Pflanzenwelt und die Tiere wurden einbezogen. Man bat um Frieden
für die Vedas, für alle Himmelswesen, Engel, bis hin zu Brahma.
Satsangs enden immer mit folgendem Gebet:
Lokah samastah sukhino bhavantu - Möge alles Sein im Universum glücklich
sein. Sarvesam svasti-bhavatu -
Wohlstand und Glück für Alle. Sarvesam
santir-bhavatu – Mögen alle in Frieden leben.
Sarvesam purnam-bhavatu – Mögen alle
vollkommen sein. Sarvesam
mangalam-bhavatu – Mögen alle gesegnet sein.
Sarve bhavantu sukhinah – Mögen alle
glücklich sein. Sarve santu niramayah
– Mögen alle gesund sein, ohne Schmerz und Leid.
Sarve bhadrani pasyantu – Mögen alle
voller Hoffnung sein, ohne Angst und Furcht.
Me kaschid duhkha bhavet – Möge sich
niemand sorgen müssen.
Es geht bei dieser Form des Gebets nicht nur um die Welt, sondern vielmehr um
die eigene innere Einstellung, das Ausmaß, das durch aufrichtiges Beten erlangt
wird, eine bewusste Wechselwirkung. Es hat Auswirkung auf den Betenden, der
allem nur Guten wünscht. Damit wird Positives in der eigenen Beziehung zur
gesamten Schöpfung erzeugt, in allem was man unternimmt. Doch Beten ohne Inhalt
führt zu nichts! Wer allerdings anderen bewusst Frieden wünscht, kann auf Dauer
nicht im Streit leben oder anderen Menschen Sorgen bereiten. Das eigene
Verhalten wird durch eine aufrichtige Form des Betens positiv beeinflusst. – Wie
oft gibt es Unterschiede zwischen Wort und Tat!? Darüber sollte man sich klar
werden. Das sollte geändert werden! Doch man kann Änderungen nur bei sich selbst
herbeiführen und durch sein Beispiel anderen den Weg zeigen.
Wo durch das Gebet Freude erzeugt wird, kann nicht gleichzeitig Traurigkeit
herrschen. Mit einer positiven Ausstrahlung können auch bei anderen Menschen
dunkle Wolken der Sorge vertrieben oder Kümmernisse zumindest verkleinert
werden. All das ist ein Zeichen dafür, wie man beten und leben sollte. Wer sich
immer wieder bewusst, gefühlvoll durch positives Gebet im Leben aufrichtet,
führt irgendwann ein aufrechtes Leben der Freude und Zuversicht, wird zu einer
Quelle der Freude, steckt andere damit an. Mechanisches Beten oder routiniertes
Herunterleiern irgendwelcher Sutras ist wirkungslos. Wer irgendwann einmal ein
Stoßgebet zum Himmel sendet, darf nicht sofort eine positive Wirkung erwarten,
auch wenn dies manchmal geschieht. Erst regelmäßige bewusste Hinwendung durch
Gebet schafft die Atmosphäre, die man benötigt, um gehört zu werden. – Steter
Tropfen höhlt den Stein. – Die Erfüllung der Lebensaufgabe will erarbeitet
werden.
Regelmäßiges intensives Beten lässt den Betenden zum Kanal des Göttlichen
werden. Daraus erwächst stille Zufriedenheit. Man wird zum aufrichtigen Sucher,
der erhört wird, lebt irgendwann bewusst im ständigen Dialog mit dem Herrn. Was
kann schöner sein?!
OM TAT SAT