Lord Buddha
Alle auf dieser und den folgenden Internet-Seiten von Divya Jyoti (Hans-J. Schröer) veröffentlichten Texte und Übersetzungen unterliegen dem © Copyright "The Divine Life Trust Society" (Rishikesh, Indien)Inhaltsverzeichnis:
Einführung
Geburt
Die astrologische Vorsehung
Suddhodana's Schutzmaßnahmen
Der Verzicht
Buddha's Erleuchtung
Das Verbreiten der Doktrin
Das Ende
Einige Episoden
Bhudda's Lehren
Die Geschichte
Im 6. Jahrhundert v. Chr. waren die Religionen in Indien in Vergessenheit geraten, dieses galt auch für die Veden. Priester gab es überall, doch diese unaufrichtigen Priester handelten nur noch mit den Religionen. Sie übervorteilten die Menschen, wo sie nur konnten, um daraus ihren Profit zu ziehen. Dieses hatte nichts mehr mit Religion zu tun. Im Namen der Religion folgten die Leute den grausamen Priestern und führten bedeutungslose Rituale durch. Sie zelebrierten Tieropfer. Das Land war in einem schlimmen Zustand und es bedurfte dringend eines Reformers. In solch einer Phase von Grausamkeiten, Degeneration und Unaufrichtigkeiten wurde der Reformer Buddha geboren, um diese Form der Priesterschaft und die Tieropfer abzuschaffen, und um den Menschen wieder die frohe Botschaft von Qualität, Einheit und kosmischer Liebe zu verkünden.
Siddharta (Lord Buddha) wurde als Sohn von Suddhodana, König von Sakhyas, und dessen Ehefrau Maya 560 v. Chr. geboren. Er starb im Jahre 480 v. Chr.. Siddharta kam in der Nähe von Kapilavastu am Fuße des Mount Palpa in den Himalajas im heutige Nepal zur Welt. Kapilavastu lag an einem Fluss namens Rohini, einige hundert Kilometer nordöstlich von Varanasi. Als die Zeit seiner Geburt herannahte, bereiteten ihm die Gottheiten mit himmlischer Macht und himmlischen Zeichen den Weg. Blumen blühten und es regnete leicht, obwohl es nicht die richtige Jahreszeit dafür war; göttliche Musik war zu hören, ein wunderbarer Duft erfüllte die Luft. Das geborene Kind hatte alle Insignien, die auf eine große Zukunft schließen ließ. Seine Mutter Maya starb sieben Tage nach der Geburt. Siddharta wurde von Mayas Schwester Mahaprajapati erzogen.
Am Tag von Siddhartha's Geburt prophezeiten die Astrologen seinem Vater Suddhodana: "Wenn das Kind erwachsen ist, wird es entweder ein Monarch oder es wird das Haus verlassen und, zur Befreiung der Menschheit, ein erleuchteter Mönch werden." Der König fragte: "Warum wird er der Welt den Rücken kehren?" Die Astrologen antworteten: "Es gibt vier Beweggründe: ein altersschwacher Mann, ein Kranker, ein Toter und ein Mönch. Diese vier Zeichen werden den Prinzen der Welt entsagen lassen."
Suddhodana wollte seinen lieben Sohn nicht verlieren und tat darum sein Bestes, um ihn an irdische Objekte zu binden. Er umgab ihn mit allerlei Luxus, um seine Sinne an Vergnügen zu binden, damit er kein Gelöbnis der Entsagung ablegen könnte. Er verheiratete ihn und gab ihm ein Haus, das von Mauern umgeben war, und das über wundervolle Springbrunnen verfügte, Musik und Tanz sollten ihn ständig ablenken. Zahllose reizende Damen unterhielten Siddhartha, um ihn zu beglücken. Der König wollte Siddharta unbedingt von den 'vier Zeichen' fernhalten, damit er kein asketisches Leben beginnen konnte. Der König beschloss: "Lass keine der genannten Personen an meinen Sohn herankommen. Mein Sohn soll niemals ein Buddha werden, sondern vielmehr die vier großen Kontinente mit tausenden von Inseln regieren und mit einem großen Gefolge durch die Welt ziehen." Danach stellte er in alle vier Himmelsrichtungen eine große Anzahl Wachen auf, damit sich niemand von den in den 'vier Zeichen' genannten Personen ihm nähern konnten.
Der Name Siddhartha bedeutet, dass dieser Jemand sein Ziel erreichen wird. Gautama war Siddhartha's Familienname. Siddhartha ist und war überall in der Welt als Buddha, der Erleuchtete, bekannt. Er wurde auch Sakhya Muni genannt, d.h. ein Asket des Skhya-Stammes. Siddharta verbrachte seine Jugend in Kapilavastu und Umgebung. Er wurde im Alter von 16 Jahren verheiratet. Seine Frau hieß Yasodhara. Siddhartha hatte eine Sohn mit Namen Rahula. Im Alter von 29 Jahren verließ Siddhartha Gautama plötzlich sein Zuhause, um sich völlig der Yogapraxis hinzugeben. Ein reiner Zufall kam ihm dabei zu Hilfe. Eines Tages arrangierte er es irgendwie, dass er den Schutzwall überwinden konnte, und streifte zusammen mit seinem Diener Channa durch Stadt, um zu sehen, wie die Menschen miteinander umgingen. Als er schließlich einen altersschwachen Mann, einen Kranken, einen Leichnam und einen Mönch zu Gesicht bekam, beschloss er der Welt zu entsagen. Er fühlte, dass auch er eine leichte Beute des Alters, der Krankheit und Todes werden wird. Er erkannte auch die Gelassenheit und Dynamik des Mönchs. "Lass mich jenseits der Misere des weltlichen Lebens gehen, indem ich den Sorgen und der Misere Welt entsage. Dieses mondäne Leben mit all seinem Luxus ist absolut wertlos. Ich bin auch ein Subjekt des Verfalls und ich bin auch nicht frei vom Älterwerden. Weltliches Glück ist vergänglich."
Gautama verließ für immer sein Heim, seine Werte, seine Macht, Mutter und Vater, seine Frau und seinen Sohn. Er scherte sich seinen Kopf und legte das gelbe Gewand an. Er marschierte in Richtung Rajgriha, der Hauptstadt der Königreiches Magadha. In der Umgebung befanden sich viele Hügel und viele Höhlen. Einsiedler lebten dort. Siddhartha nahm sich den Einsiedler Alamo Kalamo als seinen ersten Lehrer. Er war mit dessen Anweisungen nicht zufrieden und suchte sich darum einen anderen Einsiedlerals spirituellen Lehrer, namens Uddako Ramputto. Schließlich unterzog er sich der yogischen Praxis. Er praktizierte sechs Jahre lang Tapas (Strenge, Disziplin) und Pranayama (Atemkontrolle). Durch Selbst-Kasteiung wollte er absoluten Frieden erreichen. Er fastete über längere Zeiträume. Er machte aber keine besonderen Fortschritte. Er magerte schließlich zu einem Skelett ab und wurde zunehmend schwächer.
In diesem Augenblick zogen einige tanzende Frauen vorüber, die auf ihrer Gitarre spielten. Buddha lauschte andächtig ihrem Gesang und empfand große Hilfe. Das Lied hatte keine besondere Bedeutung, doch für Buddha war es eine wichtige spirituelle Botschaft. Es war ein Aufrütteln aus der Verzweiflung und eine Eingebung von Macht, Kraft und Mut. Der Liedtext lautete:
"Leicht geht der Tanz, wenn die Sitar erklingt,
stimme uns ein, Sitar, weder zu hoch noch zu niedrig,
und die Herzen der Menschen werden zerfließen.
Ein überdehntes Seil zerreißt, die Musik verstummt,
das erschlaffte Seil ist dumpf und die Musik stumm,
stimme uns ein Sitar, weder zu hoch noch zu niedrig."Daraufhin erkannte Buddha, dass er seine Körperübungen nicht übertreiben durfte, sondern den goldenen Mittelweg einschlagen musste. Dann begann er wieder moderat Nahrung aufzunehmen. Er gab die übertriebenen Praxis auf und nahm den Mittelweg.
Als er in seiner Yogapraxis überhaupt keine Fortschritte machte, war er sehr niedergeschlagen. Er wusste weder wohin er gehen noch was er tun sollte. Ein Mädchen aus dem Dorf bemerkte sein sorgenvolles Gesicht. Sie ging auf ihn zu und sagte höflich: "Ehrenwerter Herr darf ich Ihnen etwas zu essen bringen? Sie scheinen sehr hungrig zu sein." Gautama schaute sie an und sagte: "Wie heißt Du?" Das junge Mädchen antwortete: "Ich heiße Sujata." Gautama sagte: "Sujata, ich bin sehr hungrig. Kannst Du meinen Hunger stillen?" Die unschuldige Sujata verstand Gautama nicht. Gautama war in spiritueller Hinsicht hungrig. Ihm verlangte nach Absolutem Frieden und Selbstverwirklichung. Er wollte spirituelle Nahrung. Sujata gab ihm aber ein paar Früchte und ermutigte ihn zu essen. Gautama lächelte und sagte: "Liebe Sujata. Ich bin hocherfreut durch deine gütige Natur. Kann diese Nahrung meinen Hunger stillen?" Sujata entgegnete: "Oh ja, sie wird Deinen Hunger stillen, iss nur!" Gautama begann im Schatten eines großen Baumes zu essen. Darum wird er dieser Baum (Bodi-Baum) der Baum der Weisheit genannt. Gautama saß mit eisernem Willen vom Morgen bis zum Sonnenuntergang und wieder bis zum Sonnenaufgang unter dem Baum und meditierte: "Lass mich sterben. Lass mein Fleisch verdorren. Ich werde nicht eher aufstehen bis ich Erleuchtung erlangt habe." Er versank in tiefe Meditation. In der Nacht fiel er unter dem heiligen Baum in Samadhi (überbewussten Zustand). Er wurde auf verschiedene Weise durch Maya versucht, doch er blieb standhaft. Er ließ sich nicht ablenken, sondern blieb siegreich bis zur vollen Erleuchtung. Er erreichte Nirvana (Befreiung). Sein Gesicht begann in aller Pracht zu leuchten. Er erhob sich und tanzte sieben Tage und Nächte lang in göttlicher Ekstase unter dem heiligen Bodi-Baum. Dann kam er in den Normalzustand zurück. Sein Herz war von tiefer Dankbarkeit und Mitgefühl erfüllt. Er wollte seine Gefühl mit der ganzen Menschheit teilen. Er reiste durch ganz Indien, predigte seine Doktrin und sang seine Gospel. Er wurde zum Erretter, Heiler und Erlöser.
Buddha erzählte von seinen Erfahrungen im Samadhi: "Ich sah meinen Geist losgelöst von der Befleckung der irdischen Existenz, befreit von der Befleckung sinnlicher Vergnügen, befreit von der Befleckung der Ketzerei und befreit von der Unwissenheit." In dem unabhängigen Zustand erhob sich das Wissen: "Ich bin unabhängig, die Wiedergeburt ist erloschen, der religiöse Weg ist erfüllt; was getan werden musste ist getan und es gibt keinen weiteren Bedarf für die gegenwärtige Existenz. Ich habe alle Widerstände überwunden; ich bin allwissend; ich bin von allen Befleckungen befreit; ich habe alles verlassen und habe durch die Zerstörung der Wünsche Unabhängigkeit erlangt. Ich habe durch eigenes Bemühen das Wissen erreicht, wen könnte ich als Meister nennen? Ich habe keinen Lehrer; niemand ist mir ebenbürtig. Ich bin der Heilige in dieser Welt. Ich bin der höchste Lehrer. Ich allein bin der höchste Allwissende (Sambuddho). Durch das Überwinden aller Leidenschaften habe ich Nirvana erreicht. Um das Königreich der Gesetze (Dharmo) zu finden, gehe ich nach Varanasi. Ich werde die Trommel der Unsterblichkeit in der Dunkelheit dieser Welt schlagen."
Lord Buddha ging nach Varanasi. Eines Abends ging er in den Tierpark. Er hielt dort seine Lehrreden und predigte seine Doktrin. Er predigte zu allen, ohne Ausnahme, egal ob sie gebildet oder ungebildet waren, er predigte zu den Männern wie zu den Frauen. Seine ersten Schüler waren Laien, Frauen. Der erste Bekehrte hieß Yasa. Der nächste war Yasas Vater, seine Mutter und dann seine Frau. Buddha diskutierte mit älteren Schülern, die ihn, als sie im Wald von Uruvila waren, verlassen hatten. Er bekehrte sie durch seine machtvollen Argumente. Kondanno, ein älterer Einsiedler, war der erste Bekehrte. Bald danach akzeptierten auch die Anderen seine Doktrin. Buddha hatte sechzig Schüler, die er in alle Himmelsrichtungen sandte, um seine Doktrin zu verbreiten. Buddha lehrte seine Schüler weder nach Weltlichem zu verlangen noch nach der Existenz und Natur Gottes zu forschen, denn derartige Untersuchungen seien praktisch sinnlos und würden den Geist nur ablenken.
Die Zahl der Anhänger wuchs ständig. Ehrenwerte Leute, Brahmins und viele Menschen unterschiedlichster Kasten wurden seine Schüler, selbst arme Leute und Kastenlose. Jene, die volle Mitglieder seines Ordens werden wollten, wurden Mönche und mussten die Ordensregeln strikt einhalten. Buddha hatte auch zahlreiche Laienschüler. Die Laienschüler mussten sich den Anordnungen der Mönche fügen.
Im Wald von Uruvila waren drei Brüder, sie waren berühmte Mönchen und Philosophen. Sie hatten viele gebildete Schüler und sie wurden von Königen und Potentaten verehrt. Lord Buddha ging zu ihnen und lebte mit ihnen. Er bekehrte sie, was große Bewunderung im Lande hervorrief.
Lord Buddha und seine Schüler gingen nach Rajgriha, der Hauptstadt von Magadha. Bimbisara, der König, hatte 120.000 Brahmins und Familienväter zu Gast. Er hieß Buddha und seine Anhänger herzlich willkommen. Er lauschte der Predigt und wurde sofort ein Schüler Buddha's. 110.000 der Brahmins und Familienväter wurden Mitglieder des Buddha-Ordens und die verbliebenen 10.000 wurden seine Anhänger. Buddha's Anhänger wurden verachtet, als sie um ihre täglich Nahrung betteln wollten. Bimbisara machte Buddha einen Bambus-Hain zum Geschenk, einen Vergnügungsgarten nahe der Hauptstadt. Lord Buddha verbrachte mit seinen Anhängern dort viele Regenzeiten.
Jeder buddhistische Mönch legt ein Gelöbnis ab, wenn er dem Mönchsorden beitritt. Er verpflichtet sich, kein lebendes Wesen zu töten. Darum ist es für sie in der Regenzeit erforderlich, an einem bestimmten Ort zu verweilen. Selbst heutzutage bleiben die Paramahamsa Sannyasins des Sankara-Ordens während der viermonatigen Regenzeit nur an einem bestimmten Ort, ohne irgendeines der zahllosen Insekten zu töten, die bedingt durch die Feuchtigkeit und die heiße Sonne besonders gut gedeihen.
Lord Buddha erhielt Nachricht von seinem Vater, dass er ihn noch einmal von seinem Tod sehen möchte. Lord Buddha akzeptierte dessen Einladung und begab sich auf die Reise nach seinem Heimatort Kapilavastu. Er blieb außerhalb der Stadt in einem nahe gelegenen Wald. Sein Vater und seine Verwandten kamen, um ihn zu besuchen, doch waren sie nicht sehr von dem asketischen Gautama erbaut. Sie verließen den Ort wieder nach kurzem Besuch. Sie trafen auch keine Vorsorge für die tägliche Nahrung von Buddha und dessen Gefolge. Sie waren weltliche Menschen. Buddha ging in die Stadt, um seine Nahrung von Tür zu Tür zu erbetteln. Diese Nachricht erreichte auch seinen Vater. Er versuchte das Betteln zu unterbinden. Gautama aber sagte: "Oh König ich bin ein Bettelmönch. Es ist meine Pflicht von zu Tür zu Tür Almosen zu erbetteln. Warum willst du dieses unterbinden? Die Nahrung der Almosen ist sehr rein." Sein Vater schenkte diesen Worten keine Aufmerksamkeit. Er nahm ihm die Bettelschale aus der Hand und nahm ihn mit zu seinem Palast. Alle kamen, um Buddha ihren Respekt zu erweisen, doch seine Frau Yasodhara blieb fern. Sie sagte: "Er wird selbst zu mir kommen, wenn ich für seine Augen irgendwie einen Wert habe." Sie war eine sehr keusche Frau, die mit der Unterscheidungsfähigkeit, Leidenschaftslosigkeit und anderen Tugenden gesegnet war. Von dem Tage an, wo sie ihren Ehegatten verloren hatte, gab sie allen Luxus auf. Sie nahm nur einfache Nahrung zu sich und schlief auf einer Matte. Sie führte ein diszipliniertes Leben. Gautama hörte von alledem. Er war sehr bewegt. Er ging, um sie zu sehen. Sie warf sich zu seinen Füßen. Sie hielt seine Füße fest umklammert und brach in Tränen aus. Buddha richtete einen Orden für asketische Frauen ein. Yasodhara wurde die erste buddhistische Nonne.
Yasodhara deutete auf den vorbeiziehenden Buddha, zeigte dabei aus dem Fenster und sagte: "Oh Rahula! Dieser Mönch ist dein Vater. Geh' zu ihm und bitte ihn um dein Erstgeburtsrecht. Sag' ihm, 'ich bin dein Sohn. Gib mir mein Erbe'." Rahula ging sofort zu Buddha und sagte: "Lieber Vater, gib mir mein Erstgeburtsrecht." Buddha nahm etwas Nahrung zu sich. Er antwortete nicht. Der Junge wiederholte seine Bitte. Buddha ging in den Wald. Der Junge folgte ihm still. Buddha sagte zu einem seiner Schüler: "Ich gebe diesem Jungen die kostbaren Werte, die ich unter dem Bodi-Baum erfahren durfte. Ich mache ihn zum Erbe dieser Werte." Rahula wurde in den Orden initiiert. Als Buddha's Vater davon erfuhr, war er sehr bekümmert, denn er hatte nicht nur den Sohn, sondern auch den Enkelsohn verloren.
Buddha vollbrachte einige Wunder. Eine wilde mächtige Schlange spie Feuer gegen Buddha. Buddha dreht seinen Körper in das Feuer und schickte mächtige Flammen zurück auf die Schlange. Einmal bog ein Baum seine Äste herunter, um Buddha aus einem Wassertank zu helfen. Einmal spalteten sich auf Befehl von Buddha 500 Stücke Feuerholz. Buddha erschuf 500 Gefäße mit Feuer, damit sich die Jatilas im Winter daran wärmen konnten. Als es einmal eine Flut gab, zwang er das Wasser sich zurückziehen und wandelte dann er über das Wasser.
Ananda, einer von Buddhas Vettern, war einer seiner frühen Hauptschüler. Er war ein sehr hingebungsvoller Freund. Er war von einfacher kindlicher Hingabe. Er diente ihm bis ans Ende seines Lebens. Er war sehr populär und in vielfacher Weise ein lieber Mensch. Er hatte keine intellektuellen Ambitionen, doch war er von großer Aufrichtigkeit und lieber Natur. - Devadatta, einer von Anandas Brüdern, war ebenfalls Mitglied im Orden. Devadatta wurde Buddhas größter Rivale. Er versuchte Buddha zu vertreiben und selbst dessen Platz einzunehmen. - Ein Barbier, Upali genannt, und Anuruddha, ein Mann vom Lande, traten dem Orden bei. Upali wurde ein unangefochtener Führer des Ordens. Anuruddha wurde ein buddhistischer Philosoph von großem Ruf.
Buddha ging nach Sravasti, der Hauptstadt des Königreiches von Kosala. Hier überließen reiche Kaufleute ihm als Residenz einen ausgedehnten Wald. Buddha verbrachte hier viele Regenzeiten und hielt viele seiner großartigen Lehrreden. Auf diese Weise predigte Buddha seine Doktrin an verschiedensten Orten über 45 Jahre lang.
Buddha starb im Alter von ca. 80 Jahren an einer Lebensmittelvergiftung. Das Essen (Sukaramaddavam - Trüffel), das die Vergiftung verursachte, wurde von einer Anhängerin, namens Cundo, zubereitet. Buddha sagte zu Ananda: "Bereite mir zwischen zwei Sandelholz-Bäumen eine Hängematte. Das Kopfende sollte nordwärts gerichtet sein. Ich bin erschöpft und muss mich hinlegen." Etwas Wundervolles geschah. Die Sandalholz-Bäume, wo Buddha es sich auf der Hängematte bequem gemacht hatte, erblühten, obwohl die Saison längst vorüber war. Die Blühten fielen auf den Buddha's Körper, als würden sie ihm ihre Reverenz erweisen. Göttliche Baumblüten und Blütenstaub sank auf Buddha's Körper hernieder. Lord Buddha rief die Mönche herbei: "Ihr lieben Mönche ich muss euch jetzt verlassen. Körper und Geist befinden sich in Auflösung. Arbeitet an euch weiter, damit ihr Befreiung erreicht."
Von seiner Kindheit an war Gautama der Geist von Ahimsa immer gegenwärtig. Eines Tages schoss sein Cousin Devadatta auf einen Vogel. Der arme Vogel fiel zu Boden und war verletzt. Gautama lief zu dem verletzten Tier, nahm es auf und gab es nicht mehr her. Der Streit begann, noch bevor Rajaguru eingreifen konnte, wobei Rajaguru für Gautama Parei ergriff anstatt dem gedemütigten Devadatta zu helfen.
*****
Gautama sah auf einer seiner Wanderungen, wie sich eine Herde Ziegen und Schafe seinen Weg durch ein schmales Tal suchte. Der Hirte schrie laut und gestikulierte, lief nach vorn und wieder zurück, damit die Herde zusammen blieb. Am Ende der weit auseinander gezogenen Herde sah Gautama, wie ein kleines Lamm lahmte und hinterherhinkte. Gautama war sehr gerührt und ging zu ihm, hob es auf, trug es und sagte: "Es ist besser, die Leiden eines unschuldigen Wesens zu lindern als auf dem Felsen des Olymps oder einsam in einer Höhle zu sitzen, und unbeteiligt, die Sorgen und Nöte der Menschheit zu beobachten." Dann wandte er sich an den Hirten und fragte: "Wo soll es denn so eilig hingehen?" "Zum Palast des Königs", antwortete der Hirte, "wir wurden hinausgeschickt, um die Tiere für ein Opfer einzufangen, das heute nacht zu Ehren der Götter beginnen soll." Als Gautama das hörte, folgte er dem Hirten, wobei er das Lamm trug. Als sie in die Stadt kamen, machte es schnell die Runde, dass ein Heiliger die vom König georderten Opfer bringen würde. Als Gautama durch die Straßen ging, kamen die Leute neugierig aus ihren Häusern, um den heiligen Sadhu in Gelb gekleidet zu sehen. Alle waren bei dem liebevollen Anblick vor Ehrfurcht wie vom Donner gerührt. Der König wurde von der Ankunft des heiligen Mannes, der das Opfer brachte, informiert. Als die Zeremonie beginnen sollte, wurde eine Ziege zum Opfer für die Götter herbeigeschafft. Dort stand sie nun mit gefesselten Beinen und der hohe Priester stand vor ihr mit seinem Messer, bereit, der Ziege die Kehle durchzuschneiden. In diesem tragischen Augenblick, als das Leben der Ziege nur noch am seidenen Faden hing, kam Gautama ins Bild und schrie: "Stoppt die abscheuliche Tat, oh König!" Und als er das sagte, lehnte er sich vor und löste die Fesseln des Opfers. "Alle lebenden Wesen lieben ihr Leben ebenso wie die Menschen." Der Priester warf sein Messer wie ein Sünder zu Boden. Der König gab ein Dekret heraus, wonach es fortan keine Tieropfer geben durfte und alle Menschen alle Lebewesen achten sollten.
*****
Kisagotami, eine junge Frau, war mit dem einzigen Sohn eines reichen Mannes verheiratet, und sie beide hatten einen gemeinsamen Sohn. Der Sohn starb im Alter von zwei Jahren. Kisagotami hatte zu ihrem Kind eine tiefe innige Beziehung. Sie drückte das tote Kind an ihre Brust, weigerte sich von ihm zu trennen, lief von Haus zu Haus und bettelte um Medizin, um das Kind wieder ins Leben zurückzubringen. Ein buddhistischer Mönch sagte zu ihr: "Oh gute Frau! Ich habe keine Medizin, doch gehe zu Lord Buddha. Er kann dir sicherlich eine gute Medizin geben. Er ist der Ozean der Gnade und Barmherzigkeit. Das Kind wird sicherlich ins Leben zurückkehren." Sie lief sofort zu Buddha und bat: "Oh ehrenwerter Herr! Kannst du mir Medizin für das Kind geben?" "Ja! ich werde dir etwas Gutes geben. Bring' mir einige Senfkörner aus einem Haus, wo weder Kinder noch Väter, Mütter oder Diener gestorben sind." Sie antwortete: "Sehr gut, ich werde die Saat sofort bringen."
Kisagotami ging zum ersten Haus, wobei sie ihr Kind noch immer an der Brust festhielt, und bat um die Senfkörner. Die Leute gaben ihr das Gewünschte. Dann fragte Kisagotami, ob in dem Haus jemals der Ehemann, die Ehefrau oder Diener gestorben wären. Die Frau antwortete: "Oh liebe Frau, welch eine komische Frage. Viele sind in dem Haus gestorben." Kisagotami ging zum nächsten Haus und stellte wieder dieselbe Frage. Die Antwort des Hausbesitzer kam prompt: "Ich habe meinen ältesten Bruder und meine Frau verloren." Im dritten Haus hatten die Leute ihre Eltern verloren. Im nächsten Haus gab die Dame des Hauses zu verstehen, dass sie ihren Ehemann verloren hatte. Letztendlich fand Kisagotami kein einziges Haus, wo nicht irgendein Verlust zu beklagen war. Viveka und Vairagya dämmerten in ihrem Geist auf. Sie beerdigte den toten Körper ihres Sohnes und begann ernsthaft über das Problem von Leben und Tod in dieser Welt nachzudenken.
Dann kehrte Kisagotami zu Lord Buddha zurück und warf sich ihm zu Füßen. Buddha sagte zu ihr: "Oh gute Frau, hast du die Senfkörner gebracht?" Kisagotami antwortete: "Ich habe kein Haus gefunden, wo nicht irgendjemand gestorben war." Dann sagte Buddha: "Alle Objekte dieser Welt sind vergänglich. Diese Welt ist voller Elend, Schrecken und Kummer. Männer wie Frauen sind von Geburt, Tod, Krankheit, Alter und Schmerz geplagt. Wir sollten nicht etwas erwarten, was man nicht verhindern kann. Diese Erwartungen führen uns in unnötiges Elend und Leid. Man sollte sich um Nirvana bemühen und erreichen. Dann werden alle Sorgen vergehen und man erreicht Unsterblichkeit und ewigen Frieden.
*****
Einmal ging Buddha mit seiner Bettelschale zu einem reichen Brahmin. Dieser wurde sehr böse und und sagte: "Oh Bikshu, warum führst du so ein faules Dasein, wanderst umher und gehst betteln? Ist das nicht erbärmlich? Du hast einen gutgebauten Körper. Du könntest arbeiten. Ich pflüge und sähe. Ich arbeite auf den Feldern und verdiene mein Brot im Schweiße meines Angesichts. Ich führe ein arbeitsreiches Leben. Es wäre besser, wenn auch du pflügen und sähen würdest. Dann hättest du auch reichlich zu essen." Buddha antwortete: "Oh Brahmin, auch ich pflüge und sähe, und wenn ich gepflügt und gesäht habe, esse ich." Der Brahmin erwiderte: "Du sagst, du seist Bauer. Doch ich sehe keine Anzeichen davon. Wo ist dein Pflug, deine Ochsen und das Saatgut?" Dann antwortete Buddha: "Oh Brahmin, lausche meinen Worten sehr aufmerksam. Ich sähe die Saat des Vertrauens. Meine guten Handlungen sind der Regen, der die Saat wässert. Viveka und Vairagya sind Teile meines Pfluges. Die Rechtschaffenheit bildet der Griff. Die Meditation ist der Ansporn. Sama und Dama - die Ruhe des Geistes und das Zurückziehen der Sinne - sind die Ochsen. Auf diese Weise wird der Boden des Geistes beackert und das Unkraut von Zweifel, Illusion, Furcht, Geburt und Tod beseitigt. Die Ernte ist die unsterbliche Frucht des Nirvana. Alle Sorgen hören bei dieser Bearbeitung des geistigen 'Ackers' auf." Dem reichen arroganten Brahmin wurde nun bewusst, was Buddha meinte. Seine Augen weiteten sich. Er warf sich ihm zu Füßen und wurde zum Laien-Anhänger.
Lord Buddha predigte: "Wir müssen die Ursache für unsere Sorgen und einen Ausweg dafür finden. Der Wunsch nach sinnlicher Freude und das Festhalten am irdischen Leben ist die Ursache unserer Sorgen. Wenn wir das Wünschen auslöschen, werden Sorgen und seelischer Schmerz ein Ende haben. Wir werden uns am Nirvana und ewigen Friedens erfreuen. Jene, die dem achtfachen Pfad strikt folgen, d.h. Rechte Ansicht (Samma Ditthi), Rechtes Denken (Samma Sankappo), Rechte Rede (Samma Vaca), Rechte Handlung (Samma Kammanto), Rechter Lebenserwerb (Samma Ajivo), Rechte Anstrengung (Samma Vayamo), Rechte Achtsamkeit (Samma Sati), Rechte Konzentration (Samma Samadhi) werden frei von Sorgen sein.
(Der folgende Text wurde von den Internetseiten der dt. buddhistischen Gesellschaft übernommen.)
Die Buddhistische Lehre
Die buddhistische Lehre weist Wege aus Leid und Unvollkommenheit zu Harmonie und Glück. Die »Vier Edlen Wahrheiten« bilden ihren Kern. Die wesentlichen Merkmale und Übungen dieses spirituellen Weges sind ethisches Verhalten, Meditation und tiefe Einsicht. Dabei stellt die Lehre des Buddha den Menschen immer in seine eigene Verantwortung. Sie zeichnet sich zudem durch Toleranz und Dialogbereitschaft, Dogmenfreiheit und Gewaltlosigkeit aus. Einen Anspruch auf alleingültige Wahrheiten erhebt sie nicht.
Die Vier Edlen Wahrheiten:
Der Kern der Lehre des Buddha sind die vier edlen Wahrheiten, die er in seiner allerersten Rede in Isipatana (dem heutigen Sarnath) bei Benares vor seinen ehemaligen Gefährten, den fünf Asketen, erläuterte.
Die vier edlen Wahrheiten sind:
- Wahrheit vom Leiden: Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll. Dies ist zu durchschauen. (Dukkha Sacca)
- Wahrheit von der Ursache des Leidens: Die Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung. Sie sind zu überwinden. (Samudaya Sacca)
- Wahrheit von der Aufhebung des Leidens: Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden. Dies ist zu verwirklichen. (Nirodha Sacca)
- Wahrheit von dem Weg zur Aufhebung des Leidens: Zum Erlöschen des Leidens führt ein Weg, der Edle Achtfache Pfad. Er ist zu gehen. (Magga Sacca)
Die vier edlen Wahrheiten können auch als der kürzeste Ausdruck der gesamten Lehre des Buddha und als der gemeinsame Nenner aller buddhistischen Richtungen bzw. Schulen genommen werden.
Die erste Wahrheit besagt, dass alle weltlichen Daseinsformen ungenügend sind, uns niemals vollständig befriedigen können und damit leidhaft sind. Sie stellt die Diagnose unseres Daseins dar. Die zweite Wahrheit beinhaltet die Ursachenanalyse. Die Ursache des Leidens ist in unserem eigenen Geist zu finden: Dem Begehren. Die dritte Wahrheit lehrt, dass es durch Erlöschung des Begehrens notwendigerweise zur Erlöschung des Leidens kommen muss. Die vierte Wahrheit beschreibt den praktischen Weg, der zur Leidensüberwindung führt.
Die Geschichte (Zusammenfassung)
(Der Inhalt wurde aus den Internetseiten von der dt. buddhistischen Gesellschaft übernommen.)
Die geschichtliche Entwicklung des Buddhismus kann (großzügig) in vier Phasen unterteilt werden:
- Mitte des 6. bis Mitte des 5. Jahrhundert v. Chr.: Phase des Ur-Buddhismus oder Dhammayana, in der die Lehre vom Buddha verkündet und von seinen Schülern weiter verbreitet wurde.
- ab Mitte des 4. Jahrhundert v. Chr.: Phase der Spaltung in verschiedene Schulen aufgrund von unterschiedlichen Auslegungen der Lehre.
- ab dem 1. Jahrhundert: Aufkommen des Mahayana mit den zwei großen Strömungen des Madhyamika und Yogacara.
- nach dem 7. Jahrhundert: Entstehung des buddhistischen Tantrismus.
Ab ca. dem 3. Jahrhundert kommt es zur Verbreitung des Buddhismus in Gebieten außerhalb Indiens, wo er sich jeweils den lokalen Gegebenheiten anpasst.