Sri Adi-Sankaracharya Jayanthi

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Inhaltsverzeichnis:

Einführung
Geburt
Auf der Suche nach einem Guru
Sanakras Digvijaya
Mutters Feuerbestattung
Sankaras Ende
Das Sringeri Zentrum
Dasanami Sannyasins
Einige Anekdoten
Sanakras Philosophie

 

Einführung

Bezüglich Religion und Philosophie herrschte in ganz Indien Chaos. Viele Sekten, wie z.B. Charvaks, Lokayathikas, Kapalikas, Shaktas, Sankhyas Buddhas und Madhyamikas kamen auf. Die Zahl der Religionen stieg auf 72. Die Sekten bekämpften sich untereinander. Frieden gab es nirgendwo. Chaos und Durcheinander waren vorherrschend. Aberglauben und Bigotterie waren an der Tagesordnung. Dunkelheit zog über das glückliche Land der Rishis, Heiligen und Yogis. Dieses einst gelobte Land der Avatare war in einem bedauernswerten Zustand bevor der Avatar Sankaracharya kam.

Die Existenz der heutigen Veden verdanken wir Sankara. Die Kräfte, die im Gegensatz zur vedischen Religion standen, waren zu Zeiten Sankaras stärker als heutzutage. Doch innerhalb kürzester Zeit überwältigte Sankara sie alle und gab dem Land die ursprüngliche Reinheit der Vedic Dharrna und Advaita Vedanta zurück. Die früheren Avatare, wie Rama und Krishna, setzen ihre physischen Kräfte ein, weil sich die Hindernisse für das Dharma (Rechtschaffenheit, Gerechtigkeit, Disziplin usw.) in jenen Tagen aus deren physischen Zusammensetzungen und den Überfällen durch die Asuras (Dämonen) ergaben. Die Bedrohung für das Dharma in der Kali-Zeit, dem Zeitalter der Zerstörung, ergab sich mehr durch Hindernisse aus dem Inneren als dem Äußeren, mehr von mentaler als physischer Seite. Die Saat von Adharma (Unaufrichtigkeit, Unrecht) wirkt in beinahe jedem Geist. Doch dieses Übel muss durch Wissen und Selbstreinigung bekämpft werden. Es war an der Zeit, das Eisen zu schmieden und zu kämpfen, als Sankara in der Brahmin Varna Kaste geboren wurde und bereits als junger Mann Sannyasin wurde. Die vorhergehenden Avatare, wie Rama und Krishna wurden in der Krieger-Kaste geboren, weil sie zu ihrer Zeit Krieg führen mussten, um das Dharma zurückzubringen.

Es gibt keinen Zweifel darüber, dass Sankaracharya in der Geschichte der Philosophie Indiens eine Sonderstellung einnimmt. Man kann ruhigen Gewissens sagen, dass Bharata Varsha vor vielen Jahrhunderten dem Schwert zu Opfer gefallen wäre und niemals das verheerende Feuer und die religiöse Intoleranz erfolgreicher Angreifer überlebt hätte, wenn Sankara nicht das Leben gelebt hätte und damit das gelehrt hätte, was er lehrte. Und diese Lehrreden pulsieren noch heute in jeder Zelle und im Protoplasma eines jeden aufrichtigen Schülers und wahren Hindus.

Geburt

Sankara wurde 788 nach Chr. in eine sehr armen Familie in Kaladi, einem Dorf zwölf Kilometer östlich von Alwaye im Bundesstaat Kerala geboren. Kaladi hat eine Bahnstation an der Strecke von Kochi nach Shoranur. Sankara war ein Nambudiri Brahmin. Rajasekhara, ein Großgrundbesitzer, baute in Kaladi einen Siva-Tempel und gründete eine Art Kolchose für Brahmins, die dem Tempel dienten. Vidyahiraja zelebrierte eine Puja im Tempel. Er hatte nur einen Sohn, Sivaguru. Sivaguru studierte die Shastras und heiratete später. Er hatte zunächst keine Kinder. Er und seine Frau Aryamba beteten zu Siva, damit er sie mit einem Sohn segnen möge. Ein Sohn wurde ihnen an einem Frühlingstag geboren. Dieser Sohn war Sankara.

Als Sankara sieben Jahre alt war starb sein Vater Sivaguru. Sankara hatte niemanden, der sich um seine Ausbildung hätte kümmern können. Doch seine Mutter war eine außergewöhnliche Frau. Sie sorgte dafür, dass ihr Sohn in allen Shastras ausgebildet wurde. Sankaras Einführungszeremonie fand bereits in seinem siebenten Lebensjahr nach dem Tod seines Vaters statt. Sankara entwickelte bereits in seiner Kindheit eine außergewöhnliche Intelligenz. Als er sechzehn Jahre alt war, wurde er zum Meister aller Philosophien und Theologien. Er begann Kommentare zur Gita, den Upanishads und den Brahma Sutras  zu schreiben. Welch ein großes Wunder! Sankaras Mutter konsultierte Astrologen, um die richtige Braut für ihren Sohn zu finden. Doch Sankara war fest entschlossen, der Welt zu entsagen und Sannyasin zu werden. Sankaras Mutter war darüber sehr bekümmert, denn sie hatte niemanden, der nach ihrem Tod ihre Feuerbestattung hätte organisieren können. Sankara versicherte ihr, dass er sich auch nach ihrem Tod um sie kümmern würde. Doch seine Mutter war damit noch nicht zufrieden.

Eines Tages gingen Sankara und seine Mutter an den Fluss, um ein Bad zu nehmen. Sankara tauchte ins Wasser und spürte wie ein Krokodil ihn an seinem Fuß zog. Er schrie nach seiner Mutter, so laut er nur konnte: "Oh Mutter! Ein Krokodil zieht mich hinunter. Ich bin verloren. Lass mich friedvoll als Sannyasin sterben. Gewähre mir die Bitte, als Sannyasin zu sterben. Erteile mir jetzt die Erlaubnis. Lass mich Apath-Sannyasa (die Annahme von Sannyasa, wenn der Tod nahe ist) annehmen." Die Mutter gewährte ihm seine Bitte. Doch er blieb unverletzt, denn das Krokodil ließ von ihm ab. Sankara kam als Sannyasin aus dem Wasser. Er wiederholte sein Versprechen gegenüber seiner Mutter, immer, auch nach dem Tode, für sie da zu sein. Er ließ sie mit seinem kleinen Besitz bei Verwandten zurück und entschloss sich, einen Guru zu suchen, damit er formell in den heiligen Orden der Sannyasin initiiert werden konnte.

Auf der Suche nach einem Guru

Sankara traf Swami Govindapada Acharya in einer Behausung in Bdrikashram (Badrinath) in den Himalajas und warf sich zu Füßen des Lehrers. Govinda fragte Sankara, wer er denn sei. Sankara antwortet: "Oh verehrter Guru! Ich bin weder Feuer noch Luft, noch Erde oder Wasser, nichts dergleichen, sondern unsterblicher Atman (Selbst), der in allen Namen und Formen verborgen ist. Ich bin der Sohn von Sivaguru, ein Brahmin aus Kerala. Mein Vater starb als ich noch klein war. Mein Mutter hat mich aufgezogen. Ich habe bei einem Lehrer die Vedas und die Shastras studiert. Ich nahm Apath-Sannyasa als mich beim Bad ein Krokodil am Fuß packte. Bitte initiiere mich formell in den heiligen Orden der Sannyasin."

Swami Govinda war hocherfreut über die aufrichtige Darstellung Sankaras. Nachdem er initiiert worden war, erhielt das Gewand der Sannyasin. Swami Govinda unterwies ihn in der Philosophie der Advaita, die er selbst von seinem Guru-Gaudapada Acharya gelernt hatte. Sankara lernte alle philosophischen Grundsätze von ihm. Govinda bat Sankara nach Kashi zu gehen. In Kashi schrieb Sankara alle berühmten Kommentare über die Brahma Sutras, die Upanishads und die Gita und wehrte alle Kritiker erfolgreich ab. Er begann seine Philosophie zu propagieren. Sankara hatte größte Hochachtung vor seinem Guru Govindapada und dessen Guru Gaudapada.

Sankaras Digvijaya

Sankaras philosophischen Ausführungen sind einmalig für die Welt. Er triumphierte in ganz Indien. Er traf die Gelehrten verschiedener Gedankenschulen. Er überzeugte sie mit Argumenten und etablierte die Überlegenheit und Wahrheit der Religion, die er in seinen Kommentaren zum Ausdruck gebracht hatte. Er hatte alle Sichtweisen durchdacht. Er forderte die Gelehrten zu Diskussionen heraus, diskutierte mit ihnen und überzeugte sie letztendlich von seinem Standpunkt. Er besiegte Bhatta Mhaskara und verurteilte dessen Bhaskya-Kommentar über die Vedanta-Sutras. Dann traf er Dandi und Mayura und lehrte sie seine Philosophie. Er besiegte auch Harsha, den Autor von Kandana Khanda Kadya, Abhinyvagupta, Murari Misra, Udayanacharya, Dharmagupta, Kumarila und Prabhakara.

Dann ging es in Mahishmati weiter. Mandana Misra war der Gerichtspräsident von Mahishmati. Mandana war mit Karma Mimamsa vertraut und empfand darum tiefen Hass gegenüber den Sannyasins. Er zelebrierte gerade eine Sraaddha-Zeremonie als Sankara irgendwie dazu kam. Sofort wurde Mandana Misra sehr wütend. Es begann eine hässliche Diskussion als die Brahmins, die zum Essen kamen, sich einmischten, um Mandan Misra zu besänftigen. Dann forderte Sankara Mandana zu einem religiösen Streitgespräch heraus. Mandana stimmte zu. Bharati, die Frau von Mandana Misra, wurde zum Schiedsrichter bestimmt. Es wurde noch vereinbart, dass, falls Sankara unterliegen würde, er einen Haushalt gründen und heiraten sollte, und dass, falls Mandana verlieren sollte, er Sannyasin werden und die entsprechende Kleidung aus den Händen seiner Frau empfangen sollte. Die Kontroverse begann recht ernsthaft und wurde ohne Unterbrechungen über mehrere Tage fortgesetzt. Bharati setzte sich nicht um zuzuhören, sondern sie legte jedem der Disputanten eine Gierlande um die Schultern und sagte: "Derjenige, dessen Gierlande zuerst zu welken beginnt, sollte sich als besiegt betrachten." Sie verließ die Streithähne und wandte sich ihren haushälterischen Pflichten zu. Die Kontroverse währte über siebzehn Tage. Die Gierlanden von Mandana Misra begannen zuerst zu welken. Er akzeptierte seine Niederlage und bot an, Sankara als Sannyasin zu folgen. Bharati war ein Avatar der Sarasvati, dem Gott des Lernens. Einmal sang in einer großen Versammlung der Heilige Durvasa die Vedas vor Brahma und seiner Frau. Durvasa ließ einen kleinen Fehler durchgehen. Sarasvati lachte darüber. Durvasa geriet darüber derart in Rage und verfluchte sie zu einer Geburt in der Welt. Darum musst sie als Bharati wiedergeboren werden.

Bharati mischte sich jetzt ein und sagte zu Sankara: "Ich bin die andere Hälfte von Mandana. Du hast bisher nur eine Hälfte von Mandana besieht. Lass uns die Kontroverse fortsetzen." Sankara hatte Bedenken bzgl. einer Kontroverse mit einer Frau. Bharati brachte Beispiele, wo es auch zu Kontroversen mit Frauen gekommen war. Sankara stimmte schließlich zu und der Streit setzt sich ebenfalls über siebzehn Tage fort. Bharati ging von einer Shastra zu nächsten. Letzten Endes musste sie feststellen, dass sie Sankara nicht besiegen konnte. Sie entschied, ihn mit der Deutung der Wissenschaft über die Kama Shastra zu besiegen.

Sanakra bat Bharati ihm einen Monat Aufschub zu gewähren, um sich besser auf die Kama Shastra vorbereiten zu können. Sie stimmte zu und Sankara ging nach Kashi, wo er in einem hohlen Baum durch yogische Kräfte seinen Astralkörper vom physischen Körper trennte und dann seine Schüler bat, für den physischen Körper zu sorgen. Danach wechselte er in den toten Körper von Raja Amaruka, der eingeäschert werden sollte. Der Raja erhob sich zur Verwunderung aller Leute.

Bald stellten die Minister und Königinnen fest, dass der wieder belebte Raja eine andere Person war, mit anderen Qualitäten und Gedanken. Sie bemerkten, dass die Seele eines großen Mahatma in den Körper ihres Raja eingetreten sein musste. Darum wurden Boten ausgesandt, um irgendwo im Wald oder in unbewohnten Höhlen nach einem verlassenen menschlichen Körper zu suchen und diesen dann zu verbrennen. Man dachte, wenn man dies täte, bliebe der Raja noch für viele Jahre lebendig.

Sankara gewöhnte sich an all die Erfahrungen der Liebe mit den Königinnen. Maya ist sehr mächtig. Inmitten all dieser Königinnen vergaß er sein Versprechen gegenüber seinen Schülern zu ihnen zurückzukommen. Die Schüler begannen nach ihm zu suchen. Sie hörten von der wundersamen Wiederauferstehung des Raja Amaruka. Sie gingen direkt zu der Stadt, wo er sich aufhielt, und sprachen mit ihm. Sie sangen einige philosophische Lieder, die Sankaras Erinnerung zurückbrachte. Die Schüler kehrten umgehend dorthin zurück, wo sie den physischen Körper Sankaras versteckt hielten. Doch zwischenzeitlich hatten die Boten der Königinnen den physischen Körper entdeckt und entzündeten gerade das Feuer zur Verbrennung des leblosen Körpers. Im selben Augenblick trat Sankara wieder in seinen Körper ein. Sanakra betete zu Lord Hari und bat um Hilfe. Plötzlich ging ein Regenschauer hernieder, der dass Feuer verlöschte.

Dann kehrte Sankara zur Residenz von Mandana Misra zurück. Er nahm das alte Streitgespräch wieder auf und beantwortete all die Fragen von Bharati zu ihrer Zufriedenheit. Madana Misra schenkte Sankara all seinen Besitz, welcher an die Armen verteilt wurde. Er wurde ein Schüler Sankaras. Sankara initiierte ihn in den heiligen Orden des Sannyasin und gab ihm den Namen Sureswara Acharya. Sureswara Acharya war der erste Sannyasin, der in Sringeri lebte. Bharati begleitete Sankara ebenfalls nach Sringeri, wo sie noch heute verehrt wird.

Nachdem Sankara bei einer Einladung vedischer Gelehrter aus allen Teilen Indiens befragt wurde, stieg er zu den Allwissenden auf. Sankara bezwang alle 72 gegnerischen Religionsauffassungen seiner Tage und etablierte das vedische Dharma. Auf diese Weise wurde er zum Jagadguru (Weltenlehrer) aller. Sankaras Erfolg über die religiösen Sekten war derart vollkommen, dass sich seit der Zeit keine Abweichler mehr erhoben haben. Viele sind seit dem völlig verschwunden. Nach Sankaras Zeit kamen einige Acharyas. Doch niemand war in der Lage jene zu bezwingen, die nach Sankaras Lehre lebten.
 

Mutters Feuerbestattung

Sankara erhielt Nachricht, dass seine Mutter schwer erkrankt sei. Er verließ seine Schüler und reiste allein nach Kaladi. Seine Mutter war bettlägerig. Sankara berührte ehrfurchtsvoll ihre Füße. Er betete zu Lord Hari. Hari's Bote kam. Sankara's Mutter verließ ihren Körper und ging zusammen mit dem Boten zur Heimstatt Lord Hari's.

Sankara bekam große Schwierigkeiten als er die Feuerbestattung für seine Mutter organisieren wollte. Normalerweise kümmern sich Sannyasins nicht um derartige Zeremonien, denn das war Familienvätern vorbehalten. Die Nambudiri Brahmins waren alle gegen Sankara. Auch seine Verwandten halfen ihm nicht. Sie halfen ihm nicht einmal, den toten Körper zur Verbrennungsstelle zu schaffen. Sie weigerten sich auch, den Holzstoß anzuzünden. Letztendlich entschied Sankara, alles allein zu machen. Als er den toten Körper nicht tragen konnte, zerteilte er ihn kurzerhand in zwei Hälften, und trug beide Hälften zur Rückseite des Hauses. Dann schichtete er Holz auf und setzte den Holzstoß durch seine yogischen Kräfte in Brand. Sanakra wollte den Nambudiris eine Lehre erteilen. Er erließ mit Hilfe des lokalen Bürgermeisters eine Verordnung, wonach eine Ecke auf dem Grundstück am Haus, den Toten der Familie vorbehalten werden sollte. Ein Verstorbener sollte zerteilt und dann erst verbrannt werden. Diese Verordnung wird noch heute unter den Nambudiri Brahmins eingehalten.

Danach kehrte Sankara nach Sringeri zurück. Von hier ging er mit einer großen Zahl von Anhängern auf eine Pilgerreise an die Ostküste. Er predigte seine Advaita Philosophie, wo immer sich eine Gelegenheit bot. Er errichtete in Puri ein Zentrum. Er ging nach Kancheepuram und griff die Shaktas an. Er reinigte die Tempel. Er zog die Regenten von Chola und Pandya auf seine Seite. Er ging nach Ujjain und unterwarf die Städte der Bhairavas, die menschliches Blut opferten. Er ging weiter nach Dwaraka und errichtete auch dort ein neues Zentrum. Er ging weiter zum Ganges und überzeugte viele Heilige seiner Zeit.

Sankaras Ende

Sankara reiste nach Kamarup, dem heutigen Guwahati in Assam, verteidigte seine Philosophie gegenüber Abhinava Gupta, dem Kommentator der Shakta, und konnte auch ihn überzeugen. Abhinva empfand seine Niederlage jedoch als sehr bitter. Er ließ Sankara durch eine schwere Form schwarzer Magie leiden. Padmapada konnte ihn jedoch von den Folgen der schwarzen Magie befreien. Sankara ging es wieder besser. Er ging zu den Himalajas, baute ein Zentrum bei Joshi und einen Tempel bei Badri. Er ging noch weiter in die Himalajas nach Kedarnath hinauf. Im Jahre 820 n. Chr. verstarb er im Alter von 32 Jahren.

Das Sringeri Zentrum

Im Nordwesten des Bundesstaates Mysore, in den wunderschönen Hügeln der Western Ghats, umgeben vom Urwald, liegt das Dorf Sringeri, wo Sankara sein Zentrum errichtet hatte. Der Tungafluss, ein Nebenfluss des Tungabhadra, fließt mitten durchs Dorf direkt an der Tempelmauer vorbei. Das klare Wasser gilt als Heilwasser. Es ist so berühmt wie das Gangeswasser und wird ebenso zum heiligen Bad geschätzt. Sringeri ist ein heiliger Ort. Das Zentrum ist seit seiner Gründung aktiv. Es wird immer noch von zahllosen Suchenden und Devotes aufgesucht. Vidyaranya, der viele Jahre lang die Führung für das Zentrum inne hatte, wird genauso verehrt wie der einstige Gründer des Zentrums Sankara.

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass der bekannte Sanskrit-Professor, Max Muller, dreißig Jahre brauchte, um die Kommentare der Rig Veda, die von Vidyaranya, auch als Sayana bekannt, verfasst wurden. In seinem Vorwort schrieb Muller, dass er vom ersten bis zum letzten Tag die Hingabe in der Übersetzung gespürt habe. Es gab einen kleinen Vorfall: als das Manuskript an einigen Orten nicht anerkannt wurde, bekam er durch den Maharaja von Mysore ein autorisiertes Skript, dass als erste Abschrift immer noch im Sringeri Zentrum verwahrt wird.

Der heilige Schrein von Sri Sarada hat auch eine große Anziehungskraft auf die Devotes. Es gibt in Indien viele Zentren, Klöster und Tempelbauten, wo Heilige und ihre Anhänger waren, und wo sich viele Inder und Devotes versammeln, doch kein Zentrum ist so berühmt wie der ehemalige Sitz von Adi Sankaracharya in Sringeri. Dieses Zentrum ist das älteste noch lebendige Kloster der Welt, das über 12 Jahrhunderte in Blüte stand. Es ist das erste der vier Lehrzentren, die von Sankaracharya ins Leben gerufen wurden. Die andere drei sind Puri, Dwraka und Joshi. Jedes dieser Zentren repräsentiert eines der vier Vedas der Hindus. Sankara vertraute seinen vier bedeutendsten Schülern (Sureswara Acharya, Padmapada, Hastamalaka und Trotakacharya) die Leitung der Zentren in Sringeri, Jagannath, Dwaraka und Joshi an. Der bedeutendste Sannyasin als Leiter von Sringeri war allerdings Vidyaranya, der große Kommentator der Vedas und Vater der Dynastie von Vijayanagar. Er wurde 1331 n.Chr. Sannyasin. Bisher haben 35 bedeutende Acharyas das Zentrum geleitet.

Dasanami Sannyasins

Sankara hat zehn Sannyasin-Orden unter dem Namen Dasanamis ins Leben gerufen, wobei der Name des Ordens an den persönlichen Namen angefügt werden, d.h. Sarasvati, Bharati, Puri (Sringeri Zentrum); Tirtha, Asrama (Dwaraka Zentrum); Giri, Parvata und Sagar (Joshi Zentrum); Vana und Aranya (Gowardhana Zentrum). Paramahamsa repräsentiert den höchsten Rang. Es ist möglich, Paramahamsa nach einem langen vedantischen Studium, Meditation und Selbstverwirklichung zu werden. Die Ativarnashramis sind jenseits jeder Kaste und Lebensordnung. Sie essen zusammen mit ihren Ausbildungsklassen. Sanakra's Sannyasin gibt es überall in Indien.

Einige Anekdoten

Als Sankara mit seinen Schüler zum Ganges hinunter ging, traf er auf einen Hirten, der mit seinen Hunden ebenfalls auf dem Weg war. Sanakra's Schüler riefen, er solle den Weg frei machen. Der Hirte fragte Sankara: "Oh ehrenwerter Guru! Du bist ein Prediger der Advaita Vedanta und doch machst du große Unterschiede zwischen den Menschen. Wie verträgt sich das mit deinen Lehren über den Advaitismus? Ist Advaita nur eine Theorie?" Sanakara war bei dieser intelligenten Frage wie vom Donner gerührt. Er schaute in sich hinein: "Lord Siva hat diese Form angenommen, um mir eine Lehre zu erteilen." Er verfasste fünf Slokas und nannte sie 'Manisha Panchaka'. Jede Sloka endete wie folgt: "Jeder, der im Licht der Advaita auf das Phänomen (die Welt) schaut, ist mein wahrer Guru, egal ob er ein Hirte oder ein Brahmin ist.

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In Kashi paukte ein Schüler die Sutras. Er wiederholte immer und immer wieder 'Dukrin karane, Dukrin karane...'. Sankara vernahm es und war erstaunt über die Beharrlichkeit des jungen Schülers. Er begann sofort ein kleines Lied zu singen, das berühmte Lied Bhaja Govindam, das die Sinnlosigkeit solcher Art von Studien angesichts der Befreiung der Seele veranschaulicht. Die Bedeutung dieses Liedes ist: "Verehre Govinda, verehre Govinda, verehre Govinda, du Dummkopf! Wenn es Zeit ist zu sterben, wird die Wiederholung dieser Sanskrit Sutras dich nicht retten."

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Einmal boten einige Irregeleitete Sankara Alkohol an. Sankara berührte solche Dinge mit seiner rechten Hand. Dabei verwandelte sich Fleisch in Äpfel und Alkoholisches in Milch.

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Ein Kapalika (Verehrer, die Siva in seiner schrecklichen Gestalt - Maske - verehren) kam zu Sankara und bettelte um seinen Kopf als Geschenk. Sankara stimmte zu und bat den Kapalika ihm dann den Kopf abzuschneiden, wenn er allein und in Meditation versunken sei. Der Kapalika hab sein Schwert, um ihm den Kopf abzutrennen. Padmapada, ein hingebungsvoller Verehrer kam herbei, hielt den Arm des Kapalika und tötete ihn mit seinem Messer. Padmapada war ein Verehrer von Lord Narasimha. Lord Narasimha hatte sich mit dem Körper Padmapada's vereinigt und tötete Kapalika.

Sankaras Philosophie

Sankara schrieb die Kommentare zu den Brahma Sutras, den Upanishads und der Gita. Der Kommentar zu den Brahma Sutras ist als Sareerik Bhasya bekannt. Sankara schrieb die Kommentare über Sanat Sujatiya und Sahasranama Adhyaya. Es heißt: "Wenn man Logik und Philosophie lernen möchte, sollte man sich mit den Kommentaren von Sankara befassen; um praktisches Wissen zu erlangen, die die Hingabe vertieft, sollte man sich mit seinen Werken wie Viveka Chudamani, Atma Bodha, Aparoksha Anubhuti, Ananda Lahari, Atma-Anatma Viveka, Drik-Drishya Viveka und Upadasa Sahasri beschäftigen." Sankara schrieb viele seiner Werke in Versform, sehr melodisch, voller Liebe und Hingabe.

Sankara's absoluter Brahman ist Nirguna (ohne die Gunas), Nirakara (formlos), Nirvisesha (ohne Attribute) und Akarta (ohne Einfluss von außen ohne Äußerliches). Er befindet sich jenseits aller Notwendigkeiten und Wünsche. Sankara sagt: "Dieser Atman ist aus sich selbst heraus existent. Dieser Atman oder dieses Selbst kann nicht durch die Existenz des Selbst bewiesen werden. Man kann IHN nicht bestreiten, denn ER ist das Wesen desjenigen, der IHN / ES bestreitet. Der Atman ist die Basis allen Wissens. Das Selbst ist innerhalb, außerhalb und überall, das Selbst ist ohne irgendetwas, das Selbst ist Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das Selbst ist auf der rechten und auf der linken Seite, das Selbst ist oberhalb und unterhalb."

Satyam-Jnanam-Anantam-Anandam sind keine trennbaren Attribute. Sie bilden das Wesen des Brahman. Brahman kann nicht beschrieben werden, denn Beschreibungen beinhalten Bestimmtes. Brahman kann von niemand Anderen als von sich selbst bestimmt werden. Die objektive Welt, die Welt der Namen und Formen, hat keine unabhängige Existenz. Nur der Atman hat wirkliche Existenz. Die Welt ist nur ein Phänomen.

Sankara ist ein Vertreter der Kevala Advaita Philosophie. Seine Lehren können wie folgt zusammengefasst werden:

Brahma Satyam Jagat Mithya,
Jeevo Brahmaiva Na Aparah

Brahman allein ist wirklich, diese Welt ist unwirklich; die Jiva (individuelle Seele) ist mit Brahman identisch.

Sankara predigte Vivarta Vada. So wie die Schlange gedanklich auf das Seil projiziert wird, so werden diese Welt und dieser Körper auf Brahman oder das Absolute Selbst projiziert. Wenn man das Seil erkennt, hört die Illusion bzgl. der Schlange auf. Genauso verhält es sich, wenn man Brahman erkennt, dann verschwindet die Illusion vom Körper und der Welt.

Sankara ist die größte Seele, die Indien hervorgebracht hat. Er war der Vertreter der Advaita Philosophie. Sankara war ein großer Philosoph und ein Praktiker dazu, unfehlbar, ein dynamische Persönlichkeit und ein außergewöhnlicher Moralist, eine spirituelle Größe, die keine Grenzen kannte. Er war ein Yogi, Jnani und Bhakta. Er war ein Karma Yogi mit unzweifelhaftem Auftrag. Er war ein machtvoller Magnet. Er hat kein Wissengebiet ausgelassen, alles zu Ende gedacht. Selbst westliche Gelehrte zollen ihm Respekt.