Was ist Gott?
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(Auszug aus der Mandukya Upanishad -
Vortragsreihe von Swami Krishnananda)Alle Definitionen, wie Schöpfer, Erhalter und Zerstörer des Universums, sowie Allgegenwart, Allmacht und Allwissenheit sind relativ. Es sind zufällige Definitionen, und nicht das, was die wesentliche Natur der Wirklichkeit ausdrückt. Was war Gott vor der Schöpfung? Dieses wäre Sein Wesen. Gott in Seiner eigenen Essenz ist mehr als nur Schöpfer, Erhalter oder Zerstörer, mehr als die Ursache aller Dinge, mehr als nur ein Überherr, ein Allwissender und Allmächtiger. Was ist das essenzielle Wesen, das durch Sein eigenes Recht ist, und in Seiner eigenen Größe und Erhabenheit fortbesteht? Was ist das Licht, das von anderen nicht erblickt werden kann; das Licht, was scheint, und doch nicht auf alle herniederstrahlt bzw. wahrgenommen wird? Das ist der Zustand reinen Bewusstseins, das weder kausal, noch subtil oder grobstofflich ist. Es ist weder außen noch innen, weder äußerlich noch innerlich. Diese große Wirklichkeit wird in den sieben Mantras der Mandukya Upanishad beschrieben.
Dieses Absolute ist als Turiya oder der vierte Zustand des Bewusstseins bekannt, das alle relationalen Offenbarungen transzendiert, - kausal, subtil oder grobstofflich. Während das wache Bewusstsein äußerlicher und das Traumbewusstsein innerlich ist, so ist dieses Bewusstsein weder äußerlich noch innerlich, denn es träumt nicht, noch wacht es. Es kennt weder ein Innen- noch Außenbewusstsein, weder eine Traumwelt noch einen Wachzustand. Man könnte glauben, dass es einen Bewusstseinszustand beider Ebenen gleichzeitig wäre. Nein! es unterscheidet sich von einem Simultanbewusstsein. Es ist weder äußerlich, noch innerlich, und auch nicht beides zugleich. Es ist auch keine Bewusstseinsmasse, wie ein homogen versammelter Wasserberg (gleichförmige Welle) im Ozean. Es ist in Seinem Wesen nicht quantitativ messbar. Menge hat mathematisch mit Raum zu tun, und das Bewusstsein ist nicht derartig. Es kann auch nicht als Masse oder Menge bezeichnet werden, sonst denkt man wieder an eine Anhäufung, einen eindeutigen Körper. Es ist kein eintöniges Bewusstsein ohne jedes Bewusstsein. Man könnte annehmen, es wäre Bewusstsein ohne Objektbewusstsein. Selbst das ist es nicht, weil die Objekte in dem Bewusstsein enthalten sind. Es ist kein Bewusstsein, das Seiner Objekte verlustig ist. Es ist Bewusstsein, in dem die Objekte absorbiert wurden. Darum kann es nicht als etwas eintöniges Durchsichtiges eines ewigen Bewusstseins angesehen werden. Es ist auch nicht ohne Bewusstsein. Es ist kein Zustand innerer Vollkommenheit, wie einige Gedankenschulen es beschreiben.
Es ist kein Unbewusstsein; es ist nicht ohne Bewusstsein; es ist keine Menge oder Anhäufung von Bewusstsein; es ist weder äußerliches noch innerliches Bewusstsein; es beinhaltet auch nicht beide Zustände zugleich. Was ist das? So ist Gott in Seinem Wesen, das Absolute in Seinem wahren Sein.
Es ist unsichtbar. Man kann nicht mit IHM Handel treiben, nicht berühren, weder ergreifen noch mit IHM sprechen, noch hören. Man kann keine verwandtschaftlichen Beziehungen zu IHM haben. Er ist beziehungslos, weist alle Beziehungen von sich. Er ist weder freundlich noch feindlich gesinnt. Er ist ein Mysterium. Er kann mit den Sinnen nicht erfasst werden, darum nicht definierbar. Er kann durch den menschlichen Geist nicht erfasst werden. Er ist unerdenklich, denn Er kann nicht in das Reich von Raum und Zeit gepresst werden. Man kann IHN nicht beschreiben, einfach unbeschreiblich, beziehungslos. Er passt einfach in kein vorstellbares Konzept. -
Ein Schüler fragte seinen Guru zum wiederholten Male: "Erkläre mir Atman (Gott)?" Der Guru schwieg als Antwort auf die immer gleiche Frage. Als der Schüler das vierte Mal die Frage stellte, sagte der Guru: "Du hörst nicht zu, denn die Stille ist der Atman." In der großen Stille kommt das Durcheinander des Kosmos zur Ruhe. Alle Forderungen der Sinne, der ganze Lärm des Universums ist in dieser Stille enthalten und wird in ihr absorbiert. Die Stille ist besser als all das Gerede und sie erklärt die Dinge weitaus besser als alle Erklärungen. Diese Stille beinhaltet mehr Erklärungen als alle logischen Argumente der Philosophen. Diese Stille bezeichnet die Wirklichkeit wesentlich verständlicher als alle Wörter es je könnten. Wörter verlangen nach einer niederen Ebene mit erklärenden äußeren Objekten. Die Kena Upanishad warnt uns, in dem es heißt: "Er ist jenen unbekannt, die Ihn kennen; Er ist jenen bekannt, die Ihn nicht kennen." Wenn man glaubt Ihn zu kennen, kennt man Ihn nicht, und wenn man Ihn kennt, glaubt man daran nicht, denn man ist einfach nur. Man wird Das, und man ist Das; und Das ist wahres Wissen. Wissen ist nicht Ausdruck, sondern Sein. -
(Der vollständige Text wird im Rahmen der Mandukya Upanishad - Vortragsreihe von Swami Krishnananda - in deutscher Übersetzung veröffentlicht. - siehe Bücher: Thema "Upanishad")