Zeit – ein großes Wunder

von Sri Swami Chidananda Maharaj

bearbeitet von Divya Jyoti

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Wir müssen die von Gott gegebene Zeit genauer betrachten. Die Zeit von Sonnenauf- bis –untergang vermittelt eine wichtige Botschaft. Der Sonnenuntergang zeigt, dass ein Tag vorüber ist. Sonnenaufgang sagt uns, dass ein neuer Tag geboren wurde. Man sollte ihn nicht verschlafen, sondern seine Botschaft beachten. Die Leute vergessen aufgrund ihres täglichen Einerleis, ihrer Ablenkungen diese so wichtige Botschaft. Auf ihre Wichtigkeit wird in alten Schriften, besonders in der Mahabharata hingewiesen:

 

Als die Pandavas im Wald lebten, schickten sie zwei jüngere Brüder für Dharmaputra Wasser zu holen. Als sie nicht zurückkehrten, wurde Arjuna hinterher geschickt, doch auch er kehrte nicht zurück. Dharmaputra bekam es mit der Angst, sandte auch noch Bhima, doch auch er kam nicht zurück. Draupadi, einer der Jüngeren, litt großen Durst.

 

Sie kamen an einen See. Als sie ihren Durst stillen und das Wasser für Dharmaputra schöpfen wollten, warnte sie eine Stimme: „Stopp, ihr könnt das Wasser nicht trinken! Der See gehört mir. Es gibt eine Bedingung unter der alle Menschen dieses Gewässer nutzen dürfen. Ich werde euch einige Fragen stellen, die von euch beantwortet werden müssen. Nur wer sie richtig beantwortet, darf von dem Wasser trinken.“ Doch die jüngeren Brüder waren in Eile, schenkten der Stimme keine Beachtung. Als sie Wasser schöpfen wollten, fielen sie in Ohnmacht. Bhima fand die Beiden ausgestreckt am Ufer. Er ärgerte sich maßlos über sie. Als er selbst das Wasser berührte, hörte er dieselbe Warnung. Auch er missachtete sie und fiel in Ohnmacht.

 

Das rief Dharmaputra selbst auf den Plan. Jetzt trat der Unterschied zwischen einem Weisen und anderen Menschen zutage. Als Dharmaputra die Stimme vernahm dachte er: „Was bringt es, wenn ich die Stimme ignoriere?“ und erwiderte: „Du hast das Recht zu fragen. Es wird mir eine Ehre sein, dich zufrieden zu stellen und dann, mit deiner Erlaubnis, Wasser zu schöpfen.“ Yaksha, die Stimme, fühlte sich geehrt. – Dann folgt ein wundervolles Kapitel in der Mahabharata.

 

Unter den vielen Fragen, die Yaksha stellte, gab es folgende: „Was ist das Schönste auf der ganzen Welt?“ Dharmaputra gab eine wundervolle Antwort: „Ich glaube folgende Situation hat meine höchste Bewunderung in dieser Welt: obwohl der Mensch mit eigenen Augen sieht, dass Geschöpfe sterben, verinnerlicht er niemals bewusst sein eigenes Ende. Auch ich muss eines Tages sterben. Ich bin auch ein Geschöpf, dass eines Tages dahingeht. Selbst wenn dem Menschen gesagt wird, dass er eines Tages sterben wird, wird es ihm nicht wirklich bewusst, er nimmt diesen Umstand lediglich oberflächlich wahr. Der tiefere Sinn geht nicht in seinen Kopf.“ Daraufhin Yaksha: „Das war die korrekte Antwort.“

 

Aufgrund der mysteriösen Kraft des Herrn hängt der Mensch an seinen materiellen Freuden. Und, aufgrund eines inneren Drangs, versucht er wie mit einer Brechstange zu schaffen, endlos zu schaffen. Gurudev hat uns immer wieder bewusst gemacht, eingehämmert, wie unser Leben normalerweise verläuft und was unser eigentliches Ziel ist. Im Laufe der Zeit haben wir uns zum Positiven verändert. Lasst uns diese seine Botschaft, das hohe Ziel der Gottverwirklichung, mit all den dafür notwendigen Handlungsweisen, niemals aus den Augen verlieren!

OM TAT SAT