Wenn der Guru den Körper verlässt
von Sri Swami Atmaswarupananda Maharajbearbeitet von Divya Jyoti
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Wenn ein Schüler lange genug lebt, muss er sich irgendwann damit abfinden, dass sein Guru stirbt, d.h. den Körper verlässt. Dieses ist immer ein großer Verlust, doch Swami Chidanandaji sagte, wenn der Guru geht, wird der Schüler erkennen, wer der Guru wirklich ist. Er hat klar gemacht, dass man die wirkliche Bedeutung des lebendigen Gurus erkennt und nicht nur irgendeine Begegnung ist.
Manch ein Schüler fühlt seinen Guru lebendig in seinem Herzen oder in seinen pulsierenden Adern. Swamiji Chidananda erinnerte sich an seinen Guru auf eine mehr prosaische Weise. Wenn Swamiji seinen Pflichten im Kutir nachkam, glaubte er immer noch seinem Meister zu dienen, als würde dieser in den Räumen am Ufer des Ganges allgegenwärtig sein. Eines Tages hatte Swamiji sogar das Gefühl, obwohl sein Guru schon vor Jahren gestorben war, dass er niemals darüber nachgedacht hatte, dass sein Guru nicht mehr wiederkommen würde. Auf diese Weise hat Swamiji seinen Gurudev im Herzen bewahrt, als fühlbares lebendiges Sein.
Swamiji bewahrte die Erinnerung, indem er IHN in seinen Lehrreden wieder und wieder zitierte. Er betonte, dass einige Texte seines Guru insbesondere für ihn bestimmt gewesen seien, u. a. 'Zwanzig bedeutende Spirituelle Anweisungen' und 'Sadhana Tattva'. Gelegentlich wiederholte er auch folgende bedeutende Aussage: 'Gehorsam ist besser als Verehrung'. Mit anderen Worten, es ist gut den Guru im Herzen zu bewahren, ihn zu verehren, doch der Guru hat Anweisungen gegeben, damit sie befolgt werden!
'Gehorsam ist besser als Verehrung'! Warum? Weil alle Verehrungen niemanden nicht wirklich verändern. Doch wer sich als Schüler diszipliniert, die Lehren seines Meisters beachtet, wird möglicherweise erfahren, wie diese seine individuelle Natur allmählich positiv beeinflussen, verändern. Der Guru verändert seinen Schüler, allerdings nicht immer auf die bequeme Weise.
Auf diese Weise bedeutet ein Leben ohne die körperliche Nähe des Gurus nicht nur eine Herausforderung, sondern eine neue Chance, - vielleicht ein großer Segen - doch sie erfordert eine Verpflichtung, damit die Lehren des Gurus nicht ins Leere gehen.
Om Tat Sat